Hamburg

Zahl der Flüchtlinge in Hamburg im Mai erneut gesunken

Flüchtlinge auf dem Weg zur Unterkunft in der Dratelnstraße in Hamburg Willhelmsburg (Symbolfoto)

Flüchtlinge auf dem Weg zur Unterkunft in der Dratelnstraße in Hamburg Willhelmsburg (Symbolfoto)

Foto: dpa Picture-Alliance / Christian Charisius / picture alliance / dpa

Die Hansestadt musste nur noch 346 Flüchtlinge unterbringen. 7000 Plätze in Erstaufnahmelagern sind nicht belegt.

Hamburg. Die Zahl der Flüchtlinge, die Hamburg unterbringen musste, ist im Mai erneut zurückgegangen. Der Hansestadt seien auf Grundlage des Königsteiner Schlüssels 545 Flüchtlinge zugewiesen worden, teilte der Zentrale Flüchtlingskoordinator am Dienstag mit. Für 346 Flüchtlinge davon habe man eine Unterbringung zur Verfügung stellen müssen, die anderen seien woanders, beispielsweise bei Familien untergekommen.

Rückgang der Flüchtlingszahlen setzt sich fort

Damit setzt sich der seit Anfang des Jahres andauernde deutliche Rückgang der Flüchtlingszahlen fort. Im April waren Hamburg 567, im März 643 Flüchtlinge zugewiesen worden. Im November vergangenen Jahres hatte ihre Zahl bei mehr als 4000 gelegen. Die Planungen des Senats gehen bislang von monatlich rund 3000 Flüchtlingen aus, die in Hamburg untergebracht werden müssen. Insgesamt wurden Hamburg in den ersten fünf Monaten dieses Jahres jedoch lediglich 6431 Flüchtlinge zugewiesen.

Auf Grund des anhaltenden Rückgangs der Flüchtlingszahlen sind inzwischen erhebliche Überkapazitäten im Bereich der Erstaufnahme entstanden. Dem Flüchtlingskoordinator zufolge sind derzeit rund 7000 Plätze nicht belegt. „An den 40 Standorten der Erstaufnahme mit derzeit rund 20.000 belegbaren Plätzen waren Ende Mai knapp 13.000 Personen untergebracht“, heißt es in der Erklärung des Flüchtlingskoordinators.

CDU-Fraktionsvize Karin Prien forderte angesichts der sinkenden Flüchtlingszahlen eine Korrektur der Bedarfsprognose des Senats für die Flüchtlingsunterbringung. „Den ungeliebten Expresswohnungsbau braucht unsere Stadt jedenfalls nicht mehr“, sagte die Unionspolitikerin.

Neben den Erstaufnahmeplätzen verfügt Hamburg derzeit über rund 22.300 Plätze in Folgeunterkünften, in die Asylbewerber spätestens sechs Monate nach ihrer Ankunft in Deutschland untergebracht werden müssen. Diese seien zu 100 Prozent ausgelastet, sagte die Sprecherin der Koordinators. Im Mai seien fünf neue Einrichtungen in Betrieb genommen worden. Die meisten Flüchtlinge, die im Mai Hamburg zugewiesen wurde, stammen aus Afghanistan. Das waren 167 Menschen. 102 Flüchtlinge kamen aus Syrien, 32 aus dem Irak, 31 aus dem Iran und 30 aus Eritrea. Die Zahl der Flüchtlinge aus den Balkanstaaten lag bei insgesamt 64.