Borgfelde

Polizei fasst in Borgfelde den „Bankräuber mit der Unterhose“

Borgfelde. Beamte des Mobilen Einsatzkommandos (MEK) haben Donnerstagnachmittag in einer Blitzaktion an der Eiffestraße den „Bankräuber mit der Unterhose“ festgenommen. Der Mann hatte bundesweit für Furore gesorgt, weil er sich bei dem Überfall als Maskierung eine Unter­hose über den Kopf gestülpt hatte.

Es war ein Blitzeinsatz, bei dem die schwer bewaffneten Beamten der Spezialeinheit auf keinen Widerstand stießen. Kurz nach dem Zugriff saß der Festgenommene im Peterwagen. Bei ihm handelt es sich um einen 46 Jahre alten Mann, einen Kleinkriminellen mit psychischen Problemen.

Der Überfall auf die Haspa an der Lübecker Straße am 19. Mai war nach Einschätzung der Polizei der erste Überfall dieser Art, den der Mann verübte. Er war am Morgen, kurz nachdem die Filiale geöffnet hatte, in die Bank gekommen. Dort stülpte er eine blaue Unterhose so über den Kopf, dass er durch einen der Ausschnitte für die Beine schauen konnte. Dann bedrohte er Kunden und Mitarbeiter und forderte Geld. Eine Bankangestellte gab dem Mann ein paar Hundert Euro, die sich der Täter in einen Stoffbeutel stecken ließ. Dann flüchtete er in Richtung S-Bahnhof Landwehr. Seine Spur verlor sich ein paar Straßen weiter.

Die Polizei hatte zunächst klassisch ermittelt. Erfolglos. Ein paar Tage später bekam die Staatsanwaltschaft die Freigabe zur Veröffentlichung von Bildern aus einer der Überwachungs­kameras. Sie zeigten nicht nur den Mann, wie er mit den Boxershorts auf dem Kopf in der Haspa steht, sondern auch völlig unmaskiert. Durch die Veröffentlichung wurde er erkannt.

Jetzt drohen dem 46-Jährigen mehrere Jahre hinter Gittern. Weil er eine Waffe dabeihatte, muss er sich wegen bewaffneten Banküberfalls verantworten. Das Gesetz sieht dafür eine Strafe von mindestens fünf Jahren Haft vor. Ohne Waffe wäre die Tat mit einer Strafe von mindestens einem Jahr geahndet worden.