Soccer Dinner

EM: Hamburger laden Flüchtlinge zum Fußballgucken ein

Die Initiative „Welcome Dinner“ sucht Hamburger, die Flüchtlinge zu EM-Spielen zu sich nach Hause einladen. Anmeldungen ab sofort.

Hamburg. Fußball verbindet – national und international. Der beliebte Mannschaftssport braucht weder eine gemeinsame Sprache noch Religion. Und nicht zuletzt macht gemeinsamer Torjubel viel mehr Spaß als allein. Für die Hamburger Initiative „Welcome Dinner“ Grund genug, Flüchtlinge und Hamburger zum EM-Spektakel zusammenzubringen.

Unter dem Titel „Soccer Dinner“ suchen die Initiatoren Menschen in der Hansestadt, die Flüchtlinge zum Fußballgucken einladen möchten „Viele laden ohnehin Freunde zum Grillen, in den Garten oder ins Wohnzimmer ein, um gemeinsam ein EM-Spiel zu verfolgen“, sagt Ines Burckhardt von der Initiative „Welcome Dinner“. Deshalb sei es nicht besonders viel Aufwand, wenn zusätzlich auch noch ein Flüchtling dabei sei.

Hamburger können sich ab sofort anmelden

„Es ist eine einfache Art und Weise, jemanden miteinzubeziehen“, sagt Burckhardt. „Für die Flüchtlinge ist es eine tolle Möglichkeit, ins Fußball-Fieber einzutauchen und für die Hamburger, um ihre Freude zu teilen und Flüchtlinge willkommen zu heißen.“

Die Initiatoren von „Welcome Dinner“ haben schon mehr als 2000 Abendessen zwischen Hamburgern und Flüchtlingen vermittelt. Jetzt startet ihre EM-Aktion: Hamburger können sich ab sofort anmelden, wenn sie Flüchtlinge zum EM-Gucken einladen möchten. Die nächsten Termine der deutschen Nationalmannschaft sind der 12. Juni, 16. Juni und 21. Juni. „Aber natürlich können Flüchtlinge auch zu jedem anderen Datum eingeladen werden“, betont Ines Burckhardt.

Flüchtlinge werden auf EM-Abend vorbereitet

Dass der Ramadan, der Fastenmonat der Muslime, am 6. Juni beginnt, stelle für die EM-Aktion kein Problem dar. „Wir bereiten die Flüchtlinge darauf vor, damit sie wissen, wie so ein Fußballabend abläuft“, erklärt Burckhardt. Dass die Deutschen beim Fußballgucken gerne Bier trinken, wird die Flüchtlinge also nicht überraschen. „Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass die Flüchtlinge trotzdem Spaß haben und sich nicht daran stören, wenn ihre Gastgeber während des Ramadans etwas essen oder trinken.“ Burckhardt: „Für beide Seiten ist es ein spannender Abend.“ Noch dazu, wenn ein EM-Spiel im Fernsehen läuft.

Die Vorlauffrist für eine Anmeldung beträgt momentan zehn Tage. Die Initiatoren achten darauf, dass die Flüchtlinge möglichst in der Nähe ihrer Gastgeber wohnen und bereiten sie in Gesprächen auf den Abend vor. In erster Linie handelt es sich um junge Männer aus Krisenregionen der Welt, aber auch Frauen und Familien nehmen an der EM-Aktion teil. Wer gerne einen Fußballabend mit Flüchtlingen verbringen möchte, kann sich im Internet unter www.welcome-dinner.de anmelden.