Neustadt

Anklage: Autofahrer soll Rettungswagen im Einsatz zugeparkt haben

Neustadt. Ein 72 Jahre alter Autofahrer steht vom morgigen Dienstag an vor dem Amtsgericht, weil er einen Rettungseinsatz am Hamburger Flughafen massiv behindert haben soll. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft überholte er am 13. März 2015 mit seinem Auto im Abflugbereich einen Rettungswagen, der gerade mit Blaulicht aus einer Haltebucht losfahren wollte, um einen in akuter Lebensgefahr schwebenden Herzinfarkt-Patienten ins Krankenhaus zu transportieren.

Der 72-Jährige soll sich mit seinem Auto so nah vor den Rettungswagen gestellt haben, dass dieser nicht weiterfahren konnte. Obwohl der Fahrer das Martinshorn einschaltete und hupte, sei der Mann aus seinem Auto gestiegen und habe an der Beifahrerseite „in aller Ruhe“ seine Tochter umarmt, die ebenfalls das Auto verlassen hatte.

Laut Staatsanwaltschaft hielt sich der Mann die Ohren zu, ging „kopfschüttelnd“ zur Fahrerseite, zeigte dem Fahrer des Notarztwagens „einen Vogel“ und fuhr „betont langsam“ aus der Haltebucht. Durch den Zeitverlust habe sich die Lebensgefahr des Patienten erhöht. Er überlebte den Notfall nach ärztlicher Behandlung.