Hamburg

Mehr Geld für Stiftung Lebensraum Elbe

Erhöhung der Mittel auf fünf Prozent des Hafengeldes. Die Stiftung fördert den „ökologischen Zustand der Tideelbe“ durch gezielte Maßnahmen

Hamburg. Die „Stiftung Lebensraum Elbe“ soll mehr Geld für ihre Arbeit zum Schutz der biologischen Vielfalt an der Unterelbe bekommen. Bislang erhielt die 2010 durch Bürgerschaftsbeschluss ins Leben gerufene Stiftung eine jährliche Zuwendung in Höhe von vier Prozent des eingenommenen Hafengelds, künftig soll dieser Betrag auf fünf Prozent steigen. Das geht aus dem Entwurf einer Druck­sache hervor, die dem Abendblatt vorliegt und die am Dienstag im Senat beschlossen werden soll. Die zusätzlichen Mittel, die sich im laufenden Jahr auf rund 500.000 Euro summieren sollen, werden laut Senat von der Hamburg Port Authority (HPA) aufgebracht, ohne dass die Reedereien zusätzlich belastet werden. Die stärkere Förderung hatten SPD und Grüne bereits 2015 im Koalitionsvertrag festgeschrieben.

„Ich freue mich, dass künftig dauerhaft zusätzliches Geld für den Naturschutz an der Tideelbe bereitsteht“, sagte der grüne Umweltsenator Jens Kerstan dem Abendblatt. „Die Stiftung ist ein gutes Beispiel dafür, wie Wirtschaft, Naturschutz und Stadt an einem Strang ziehen. Die Projekte kommen der Naturvielfalt und einer lebendigen Lebensader Elbe zugute.“

In der Stiftung Lebensraum Elbe sind neben Umweltverbänden und Umweltbehörde auch die Handelskammer, der Unternehmensverband Hafen Hamburg und die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt vertreten. Ziel der Stiftung ist es, den „ökologischen Zustand der Tideelbe zu verbessern, die natürliche Vielfalt zu bewahren und die einzigartigen Lebensräume der Flusslandschaft zu stärken“. Dazu werden etwa Ufer und das Deichvorland so umgestaltet, dass sie wieder als Heimat für viele Pflanzen und Tiere infrage kommen. Im Hamburger Holzhafen entfernte sie zum Beispiel Steinschüttungen – und ermöglichte so neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Am Wrauster Bogen wurde eine Steinbarriere beseitigt, die zur Fischfalle geworden war.

„Mit der Erhöhung der Mittel honoriert der Senat die erfolgreiche Arbeit der Stiftung“, sagte Stiftungsvorstand Elisabeth Klocke. „Wir können neue Projekte auf den Weg bringen, um die Tideelbe naturnäher zu gestalten.“ Der Hamburger Vorsitzende des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu), Alexander Porschke, bezeichnete die für die Erhöhung der Mittel nötige Gesetzesänderung als „wichtigen Schritt, damit wirkungsvoller Einsatz für eine gesunde Elbe nicht nur ein relativ kurzes Intermezzo bleibt“. Tobias Knahl von der Handelskammer nannte die finanzielle Stärkung der Stiftung Lebensraum Elbe eine „Investition in pragmatischen Naturschutz“.

Das Grundstockvermögen der Stiftung beträgt derzeit rund 11,9 Millionen Euro. Für Maßnahmen und Projekte stehen der Stiftung laut Senat künftig jährlich insgesamt etwa 2,5 Millionen Euro zur Verfügung.