Schule

Drei Lehrer mit dem Hamburger Lehrerpreis ausgezeichnet

 Die drei Preisträger Maren-Grit Dyroff (l.), Stephan Pauli und Nicole Vatterott mit Schülern der Elbkinderschule

Die drei Preisträger Maren-Grit Dyroff (l.), Stephan Pauli und Nicole Vatterott mit Schülern der Elbkinderschule

Foto: Marcelo Hernandez

Zum fünften Mal vergaben Haspa und Abendblatt den Hamburger Lehrerpreis. Die Sieger erhalten jeweils 3000 Euro.

Hamburg. Lehrer müssen viele Herausforderungen bewältigen. Neben ihrer Unterrichtstätigkeit gleichen sie Erziehungsdefizite aus, lösen Konflikte, setzen Reformen um. Seit 2011 würdigen Haspa und Abendblatt besonders engagierte Pädagogen mit dem Hamburger Lehrerpreis. Am Donnerstag wurde die mit 3000 Euro dotierte Auszeichnung in einer Feierstunde an Maren-Grit Dyroff, Nicole Vatterott und Stephan Pauli verliehen, „Lehrer öffnen jungen Menschen das Tor zur Welt des Lernens und der Bildung: mit ihren pädagogischen Fähigkeiten, ihrem Engagement für guten Unterricht und der individuellen Förderung ihrer Schüler“, sagt Haspachef Harald Vogelsang.

Grit-Maren Dyroff, 36, ist Lehrerin am Gymnasium Bondenwald

„Sie ist eine Autoritätsperson, mit der man gemeinsam lachen kann, bildet uns menschlich weiter und hilft uns, eigenständige Erwachsene zu werden“, schrieben die Schüler aus Grit-Maren Dyroffs Tutandengruppe in ihrer Nominierung. Bei einem Besuch ihres Unterrichts fällt einem tatsächlich sofort der sehr freundliche, doch keineswegs kumpelhafte Umgang auf, den sie mit ihren Schülern pflegt: Die Stimmung ist heiter, es wird viel gelacht.

Seit acht Jahren unterrichtet Maren-Grit Dyroff am Gymnasium Bondenwald in Niendorf Englisch und Spanisch. Das gute Umfeld sei ihr wichtig, sagt sie. „Ich will nicht viel er­ziehen. Doch ich bemühe mich, den Schülern ein gutes Selbstwertgefühl zu vermitteln.“ Auch außerhalb des Unterrichts engagiert sie sich. So begleitet sie regelmäßig eine Schülergruppe zum Planspiel United Nations nach New York. Hat an ihrer Schule den Grundschulsprachentag initiiert, an dem Zehntklässler Grundschülern auf unterhaltsame Weise Englisch, Französisch und Spanisch näherbringen.

Und sie spielt als Mitbegründerin des Projekts „Sport mit Flüchtlingen“ jede Woche Fußball – als einzige Frau unter Jungen und Männern. „Maren-Grit Dyroff verbindet an unterschiedlichen Lern- und Lebensorten formelles und informelles Lernen miteinander. Der Seneca-Ausspruch ,Non scholae sed vitae discimus‘ ist bei ihr brandaktuell: Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir“, sagte Jurymitglied Peter Daschner, ehemaliger Landesschulrat, in seiner Laudatio beeindruckt.

Nicole Vatterott, 43, unterrichtet an der Fachschule für Sozialpädagogik

Mit Nicole Vatterott wird erstmals eine Berufsschullehrkraft ausgezeichnet – auf Vorschlag einer Kollegin, da sie „fachlich abstrakte Inhalte mit Leben füllt“ und ihren „methodisch abwechslungsreichen Unterricht mit ausgefeilten Smartboard-Präsentationen schülerorientiert umsetzt“.

Ein Besuch an der Fachschule für Sozialpädagogik Altona, an der Nicole Vatterott seit acht Jahren unterrichtet, bestätigt das: Mit Rollenspielen, selbst inszenierten Theaterstücken oder Poetry-Slams bietet sie ihren Schülern Zugang zu den Fächern Gesundheit, Sprache und Kommunikation. Peter Ulrich Meyer, Jurymitglied und Abendblatt-Bildungsexperte, betonte in seiner Laudatio: „Sie gibt strukturierten Unterricht mit Reflexionsphasen, Perspektivwechseln, mal mit der ganzen Klasse und dann in Gruppenarbeit.“ Ihre Devise, sie möge keine Langeweile, und mute diese daher auch ihren Schülern nicht zu, sei eine gute Voraussetzung für spannenden Unterricht. Nicole Vatterott war früher Krankenschwester und studierte parallel Erziehungswissenschaften und Germanistik.

Stefan Pauli, 41, Klassenlehrer und Schulleiter an der Elbkinder Grundschule

In den vergangenen 16 Jahren hat Stephan Pauli drei Schulen geleitet. Nur ein Jahr lang war er nicht Klassenlehrer. „Das habe ich kaum ausgehalten“, sagt der Vollblutpädagoge, der von Eltern nominiert wurde. Sie schätzen besonders seine individuelle Unterrichtsgestaltung, dass er den Kindern viel Raum für Selbstbestimmung lässt, Lehrmaterialien selbst gestaltet und über liebevolle Konsequenz sowie ausgeprägte Empathie verfügt.

Im Raum seiner 1. Klasse hat er eine Wohnzimmeratmosphäre geschaffen. Zu Entspannungsmusik bearbeiten die Schüler am Tisch oder auf dem Teppichboden die Aufgaben, die er mit ihnen „verabredet“ hat. Das darf jeder im eigenen Tempo tun, aber er muss sich anstrengen. „Die Kinder wissen: Sie kommen in die Schule, um zu arbeiten; Pausen macht man draußen“, betont er. Seine Laudatorin, Haspa-Personalchefin Elisabeth Keßeböhmer, lobte seinen „sehr konsequenten Ansatz“, die Kinder nicht in den Wettbewerb zueinander zu bringen. „Herr Pauli weiß: Nicht der Vergleich mit anderen fördert die Leistung und gibt Selbstbewusstsein, sondern das eigene Wachsen.“