Alexander Birken

„T-Shirts oder Sportschuhe kaufe ich hauptsächlich im Netz“

ILLUSTRATION - Eine Frau hält am 05.03.2014 in Hamburg ein Tablet, auf der die Internetseite www.mytoys.de der Otto Group zu sehen ist, vor einen Computerbildschirm, auf dem die Internetseite www.otto.de geöffnet ist. Die Hamburger Otto Group ist einer der großen Online-Anbieter und erlebte, nach Angaben einer Unternehmenssprecherin, im Jahr 2015 sein bestes Weihnachtsgeschäft aller Zeiten. Foto: Marcus Brandt/dpa (zu dpa „Online-Handel boomt weiter - Auch Klopapier wird im Netz bestellt“ vom 07.01.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++

ILLUSTRATION - Eine Frau hält am 05.03.2014 in Hamburg ein Tablet, auf der die Internetseite www.mytoys.de der Otto Group zu sehen ist, vor einen Computerbildschirm, auf dem die Internetseite www.otto.de geöffnet ist. Die Hamburger Otto Group ist einer der großen Online-Anbieter und erlebte, nach Angaben einer Unternehmenssprecherin, im Jahr 2015 sein bestes Weihnachtsgeschäft aller Zeiten. Foto: Marcus Brandt/dpa (zu dpa „Online-Handel boomt weiter - Auch Klopapier wird im Netz bestellt“ vom 07.01.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Foto: Marcus Brandt / dpa

Der künftige Otto-Chef Alexander Birken spricht im Abendblatt-Interview über das Verhältnis von stationärem Handel und Online-Shopping.

Hamburg.  Alexander Birken, 51, übernimmt Anfang 2017 den Chefposten der Otto Group von Hans-Otto Schrader. Der 60-jährige scheidet auf eigenen Wunsch aus, nachdem er den Konzern wieder in die Gewinnzone gebracht hat. Birken – seit 25 Jahren bei Otto – will den technologischen Wandel des Konzerns noch stärker voranbringen. Das Abendblatt sprach mit ihm am Rande der Bilanzvorlage.

Hamburger Abendblatt: Welche Innovationen im Handel faszinieren Sie?

Alexander Birken: Es gibt heute schon Technologien, die ermöglichen, den Kunden im Laden zu erkennen und ihm individuell auf ihn abgestimmte Online-Angebote auf das Handy zu schicken. Wir stehen beim Wandel in unserer Branche noch ganz am Anfang.

Sie sprechen vom stationären Handel – als ein Konzern, der seine Kernkompetenz im Versandgeschäft hat ...

Birken:Wir haben neben dem starken Onlinehandel weltweit über 400 Geschäfte – von Sportscheck über Manufactum bis Crate and Barrel. Der stationäre Handel wird aber auch für reine Onlineanbieter interessanter: Edited, die Eigenmarke der Otto-Group-Tochter Collins, hat im Hamburger Schanzenviertel und in Berlin eigene Geschäfte eröffnet. So stärken wir das Image unseres Online-Handels, die Präsenz mit einem Shop kann wichtig für die Markenbildung sein.

Wie werden sich Online- und Offline-Welten bei Sportscheck befruchten?

Birken: Es gibt in einem Geschäft immer nur eine begrenzte Fläche, um das Sortiment zu präsentieren. Mit Tablets und digitalen Bildschirmen können wir das Angebot online verbreitern – und umgekehrt. Beispiel: Der Kunde sieht online, welche Laufschuhe in welcher Filiale verfügbar sind. Anschließend kann er sie dort kaufen oder direkt bestellen und sie sich am gleichen Tag an den Arbeitsplatz liefern lassen.

Wie kaufen Sie selber ein?

Birken: Ich bin Online-Shopper. Meine T-Shirts oder Sportschuhe kaufe ich hauptsächlich im Netz. Nur bei Lebensmitteln mache ich eine Ausnahme. Hier sehe ich das Einkaufen im Lebensmittel-Einzelhandel als eine Art Entspannung und nehme mir dazu viel Zeit.

Ein starker Wandel erfordert eine starke Führung. Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?

Birken: Auf der einen Seite arbeite ich sehr teamorientiert und lege starken Wert auf die Vernetzung von Gruppen, auch unabhängig von Hierarchien. Auf der anderen Seite ist mein Stil fordernd. Kurzum: Ich will Themen voranbringen. (mw)