München

Hamburger Millionärsgattin nach Messerattacke vor Gericht

Tausende Wiesnbesucher laufen über das Oktoberfestgelände in München (Archivbild)

Tausende Wiesnbesucher laufen über das Oktoberfestgelände in München (Archivbild)

Foto: Sven Hoppe / dpa

Hamburgerin soll Lkw-Fahrer auf Oktoberfest mit Messer attackiert haben. Anklage wegen versuchten Mordes. Patrick Owomoyela als Zeuge.

Hamburg/München.  Im Fall der Hamburger Millionärsgattin, die im vergangenen Jahr auf dem Oktoberfest einen Lkw-Fahrer mit einem Messer attackiert haben soll, hat am Montag der Prozess in München begonnen. Vor dem Landgericht München I gab die Frau an, sie habe den ehemaligen Fußballer Patrick Owomoyela verteidigen wollen, das berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Demnach hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen versuchten Mordes gegen die Hamburgerin erhoben. Zu der Messerattacke soll es am 19. September gekommen sein. Die Millionärsgattin habe in einem Zelt auf dem Oktoberfest mit Freunden gefeiert, darunter sei auch Owomoyela gewesen. Der Lkw-Fahrer befand sich auch in dem Zelt und habe sich in Richtung des Ex-Nationalspielers rassistisch geäußert. „Sind die Flüchtlinge schon auf der Wiesn“, soll der Mann gesagt haben.

Streit eskaliert vor dem Festzelt

Später eskalierte der Streit vor dem Festzelt. Owomoyela habe den Lkw-Fahrer geschubst, dieser sei zu Boden gegangen. In einem Handgemenge habe die Millionärsgattin dann nach eigener Aussage Panik bekommen und versucht, sich mit einem Messer aus ihrer Handtasche zu verteidigen. Sie sei ein „ängstlicher Typ“ und habe deshalb ein Klappmesser dabei gehabt.

Den Ermittlungen zufolge soll die Millionärsgattin den Lkw-Fahrer mit ihrem Messer zunächst am Hals getroffen haben. Außerdem habe sie ihm das Messer in den Bauch gerammt und dabei seine Milz verletzt, so dass diese später in einer Not-OP entfernt werden musste. Die Angreiferin fuhr anschließend in die Diskothek P1, um dort zu feiern. Das Messer soll sie weggeworfen haben.

Als die Millionärsgattin von den lebensgefährlichen Verletzungen des Lkw-Fahrers erfuhr, habe sie sich gestellt, so der Bericht der „SZ“. Zunächst blieb sie auf freiem Fuß, kam später jedoch in U-Haft – für sechs Monate. Ihr Verteidiger kritisiert die lange Zeit in Untersuchungshaft, seine Mandantin habe in Notwehr gehandelt. Für den zweiten Prozesstag ist eine Zeugenaussage von Patrick Owomoyela angekündigt.