Unwetter in Hamburg

Nach Unwettern: Bis Freitag bleibt es ungemütlich

Vollgelaufene Keller und Erdgeschosswohnungen sowie überflutete Straßen: Das ist die Bilanz der Feuerwehr nach der Unwetterwarnung.

Hamburg. Kurz, aber heftig war das Unwetter, das vor allem den Hamburger Westen und Teile Schleswig-Holstein mit reichlich Regen und Gewitter überzogen hat.

Am Sonntagabend, da hatte es schon kräftig geregnet, warnte der Deutsche Wetterdienst für die Zeit von Montagabend bis Dienstagnachmittag vor der Extremwetterlage.

Von bis zu 30 Litern pro Quadratmeter und Windböen von bis zu 60 Kilometer pro Stunde sowie kleinkörnigen Hagel war in der Warnung die Rede.

Unwetter sorgt für 78 Einsätze in Hamburg

Und so hatte Feuerwehr in Hamburg auch allerhand zu tun. Zu 78 Einsätzen rückten die Retter aus. 22 freiwillige Feuerwehren waren im Einsatz, sagte ein Sprecher. Drei zusätzliche Mitarbeiter der Einsatzleitzentrale wurden zum Dienst einberufen, um die diensthabenen Kollegen zu unterstützen.

Bei den meisten Einsätzen handelte es sich um geflutete Keller, vollgelaufene Garagen und Erdgeschosswohnungen. Auch übergelaufene Gullys, die die Straßen überschwemmt hatten, mussten von den Einsatzkräften abgepumpt werden.

Besonders betroffen in Hamburg waren St. Pauli und das Karoviertel, aber auch Niendorf und Harvestehude. In Eimsbüttel lief der Keller der Kult-Kneipe Kuddl am Hellkamp voll Wasser. Die Feuerwehr rückte an, um ihn wieder leerzupumpen. Im Gymnasium am Kaiser-Friedrich-Ufer lief der Keller der Schule voll. Dort könne am Dienstag aber fast ohne Einschränkungen unterrichtet werden, heißt es. Lediglich der Band-Unterricht müsse ausfallen.

Stormarn und Herzogtum Lauenburg besonders betroffen

In Schleswig-Holstein waren von dem Unwetter besonders die Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg betroffen. Die Rettungsleitstelle Süd, auch zuständig für den Kreis Stormarn, zählte am Montagabend rund 200 Einsätze binnen zwei Stunden. Das Regenwasser sei in Keller und Tiefgaragen gelaufen, habe sich durch die Kanalisation den Weg in die Häuser gebahnt und auf den Straßen Gully-Deckel hoch gedrückt, sagte ein Sprecher. Einen Einsatz im eigenen Haus hatte die Feuerwehr der Gemeinde Großhansdorf. Dort war Wasser in das Feuerwehrhaus gelaufen. Es konnte aber relativ problemlos von einigen Kameraden beseitigt werden, sagt Gabriele Hettwer, Leiterin des Großhansdorfer Haupt- und Ordnungsamts.

In Lauenburg (Kreis Herzogtum Lauenburg) liefen mehrere Häuser und Keller voll, zudem drohte an einer Baustelle ein Bagger in die Baugrube zu stürzen. Dort hatten nach Angaben der Freiwilligen Feuerwehr Lauenburg die Wassermassen eine provisorische Rohrleitung beschädigt.

Auch auf der Ostsee-Autobahn Hamburg-Lübeck, das ist die Autobahn 1, kam es durch sintflutartige Regengüsse zum Teil zu Behinderungen.

Schwerer Unfall in Niedersachsen

Einen schweren Unfall gab es im Landkreis Oldenburg. Dort war eine 34-Jährige bei starkem Regen mit ihrem Auto gegen einen Baum geprallt. Die Frau wurde lebensgefährlich verletzt. Ihr 10 Monate altes Baby wurde leicht verletzt.

Der Wetterdienst warnte vor Blitzeinschlägen und entwurzelten Bäumen, die auf die Straße oder Dächer stürzen können. Anwohner des betroffenen Gebietes werden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Zu Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen soll im Freien möglichst Abstand gehalten werden.

Bis zum Dienstagnachmittag bleibe das Wetter gefährlich, so der Deutsche Wetterdienst. Der Grund: Norddeutschland liegt im Einflussbereich einer Tiefdruckrinne, die kühle Meeresluft im Westen von feucht-warmer Luft im Osten trennt.

Und auch die Aussichten sind nicht schön: Nach Angaben von Meteorologen bleibt das Wetter im Norden den Rest der Woche kühl und ungemütlich. Dabei soll es immer wieder zu Regenschauern und Gewittern kommen. Erst am Freitag kehrt der Sommer mit überwiegend freundlichem und meist trockenem Wetter zurück, prophezeit der DWD auf seiner Homepage.