Wohnraum

Wo es in Hamburg noch bezahlbare Immobilien gibt

Der Rohbau eines Wohnanlage in Hamburg (Symbolbild)

Der Rohbau eines Wohnanlage in Hamburg (Symbolbild)

Foto: Christian Charisius / dpa

Eine Untersuchung hat ergeben: Häuser und Wohnungen für 2000 Euro pro Quadratmeter gibt es im Osten und Süden der Stadt.

Hamburg.  Gut 100 Quadratmeter Wohnfläche, drei Zimmer, Terrasse, Rasengrundstück und in einem Park in Harburg gelegen – bei dieser Neubauwohnung dürfte so mancher Interessent schwach werden. Zumal die aufgerufenen 350.000 Euro – inklusive Carport und Einbauküche – in Hamburg inzwischen als günstig gelten.

Wer in der Stadt eine Immobilie kaufen will und dabei auf das Geld achten muss, hat es nicht leicht. In Innenstadtnähe und den westlich gelegenen Stadtvierteln gibt es unter 4000 Euro pro Quadratmeter kaum noch etwas, wie aus dem Immobilienmarktatlas 2016 der LBS Bausparkasse Schleswig-Holstein/Hamburg hervorgeht.

Nur wenige Immobilien zu verkaufen

Bei Eigentumswohnungen müssen, bezogen auf ganz Hamburg, im Durchschnitt 3658 Euro pro Quadratmeter bezahlt werden. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern werden im Stadtgebiet derzeit durchschnittlich 3279 Euro pro Quadratmeter aufgerufen. Allerdings sind das nur Durchschnittswerte, die sich sogar von Straße zu Straße deutlich unterscheiden können.

Immobilien „aus dem Bestand“ sind günstiger

Aber es gibt sie noch: Stadtteile, in denen Eigentumswohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser mit Quadratmeterpreisen zwischen 2000 und 3000 Euro angeboten werden. Sie liegen vornehmlich im Osten und Süden Hamburgs. Allerdings handelt sich dabei eher um Immobilien „aus dem Bestand“. Bei Neubauten liegen die Preise pro Quadratmeter – auch wegen der hohen Umweltstandards – kaum mehr unter 3000 Euro.

„Es ist wichtig, in die Stadtteile hineinzugehen und sich vor Ort zu orientieren“, sagt Heinrich Stüven, Vorsitzender des Grundeigentümerverbands. „Harburg ist nicht gleich Harburg und Blankenese nicht gleich Blankenese. Wenn man sich die Stadtviertel mit eigenen Augen anschaut, lässt sich manches Vorurteil revidieren.“

Eric Seele, Geschäftsführer der Karl Gladigau GmbH, rät potenziellen Immobilienkäufern ebenfalls, sich vor Ort umzuschauen und, sollte man nicht fündig werden, den Umkreis der Suche etwas zu erweitern. „Viele Menschen entscheiden zunächst, in welchem Teil Hamburgs sie leben wollen.“ Dann spielten das verfügbare Einkommen und die gewünschte Immobiliengröße eine Rolle. Erst dann rücke die Art der Immobilie, ob Neu- oder Altbau, in den Fokus.

Nach den Erfahrungen von Seele sind am östlichen Hamburger Stadtrand Häuser noch halbwegs bezahlbar: östliches Wandsbek, Rahlstedt, Billstedt, Jenfeld und Bramfeld fallen dem erfahren Immobilienexperten ein. Im Norden ist es Langenhorn, im Westen Schnelsen. Südlich der Elbe könnten Hauskäufer in Harburg und im Landkreis Harburg noch fündig werden. Bei Eigentumswohnungen sieht es ähnlich aus. Allerdings kämen hier Stadtteile wie Hohenfelde, Rothenburgsort und Hammerbrook hinzu, sagt Seele.