Hamburg

Mutter gesteht, Kinder an Freier gegeben zu haben

Hamburg. Eine Prostituierte nimmt ihre kleine Tochter und ihren Sohn mit zu Freiern, die die Kinder missbrauchen. Die Mutter steht währenddessen nur wenige Meter entfernt – diese Vorwürfe gibt die heute 52-Jährige am Donnerstag bei Prozessauftakt vor dem Amtsgericht Hamburg zu. Doch nicht alle Vorwürfe, die die Staatsanwaltschaft zu den lange zurückliegenden Taten erhebt, seien wahr, betont die sechsfache Mutter. Sie muss sich wegen Beihilfe zur Vergewaltigung und zum schweren sexuellen Missbrauch verantworten. Erst vor zwei Jahren hatte ihre inzwischen 30 Jahre alte Tochter Anzeige erstattet.

„Wir hatten Geldschwierigkeiten“, sagt sie über die Situation ihrer Familie in den 90er-Jahren. Ihr Mann habe gewusst, dass sie als Prostituierte arbeitete. Dass sie die Kinder manchmal mitnahm, habe sie ihm verschwiegen.

Einer ihrer Freier war nach Aussage der Angeklagten ihr Vermieter. Er habe sie gefragt, ob sie ihre damals etwa zehnjährige Tochter nicht einmal mitbringen könne. Auch ihren Sohn nahm sie nach eigenen Worten mit zu einem Kunden, der das Kind für Oralverkehr missbrauchte. Die Richterin fragt nach der Reaktion des Kindes nach der Tat. „Er war nicht so begeistert“, sagt seine Mutter nur. Der Prozess wird am 26. Mai mit der Vernehmung des Vaters fortgesetzt.