Hamburg

Stadt veranlasst Dachreparatur von privater Villa

Kulturbehörde greift durch. Rechnung geht an Eigentümer. Dem droht wohl auch Strafverfahren

Hamburg. In den kommenden Wochen wird Baron von Behren gleich mehrfach Post erhalten, die ihm nicht gefallen dürfte. Von Behren, der in Monte Carlo lebt, ist Besitzer der Säulenvilla an der Elbchaussee. Das markante Gebäude von 1817 zählt zu den Bauwerken, für die die Hamburger Prachtstraße so berühmt ist. Doch seit Jahren verfällt die denkmalgeschützte Villa. Nun greift die Stadt durch, verordnet dem historischen Gebäude ein neues Dach. „Es wurden Angebote zur Sanierung eingeholt. Die Arbeiten sollen zeitnah, möglichst noch vor der Sommerpause, umgesetzt werden“, erklärt Enno Isermann, Sprecher der Hamburger Kulturbehörde.

Versuche, mit dem Eigentümer eine Lösung zu finden, scheiterten. Dreimal wurde er laut Isermann in den vergangenen eineinhalb Jahren von der Behörde angeschrieben und zum Handeln aufgefordert. Passiert sei nichts. Deshalb wird nun ohne Einverständnis des Eigentümers saniert. Die Rechnung geht dann an den Baron. Der muss laut den eingeholten Angeboten mit einer Summe von etwa 100.000 Euro rechnen. „Es geht darum, weiteren Schaden von dem Gebäude abzuwenden“, betont Isermann. Zuvor hatte die Behörde bereits das Dach provisorisch abgedichtet und die Villa vor Vandalismus geschützt. Kosten, die ebenfalls dem Baron in Rechnung gestellt werden.

Den erwartet wohl zudem Post von der Staatsanwaltschaft Hamburg. Das Ehepaar Kolb, das jahrzehntelang als Hausangestellte für die Familie arbeitete, erhebt Vorwürfe. Es geht um nicht gezahltes Gehalt. „Herr von Behren hat uns immer wieder vertröstet“, so Paul Korb. „Jetzt haben wir Anzeige erstattet.“ Von Behren war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.