Wegen Mindestlohn

Verdienste von Geringverdienern im Norden stark gestiegen

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In Hamburg haben Beschäftigte mit niedrigem Einkommen vom Mindestlohn profitiert. Dieser soll erhöht werden, fordert der DGB Nord.

Hamburg.  Die Verdienste von Geringverdienern in Hamburg sind 2015 überdurchschnittlich stark gestiegen. Während die nominalen Löhne und Gehälter für alle Arbeitnehmer im vergangenen Jahr um 2,4 Prozent zulegten, lag die Steigerung für ungelernte Beschäftigte bei 3,3 Prozent und für Angelernte bei 3,7 Prozent. Das teilte das Statistikamt Nord am Mittwoch mit.

Damit wuchsen im vergangenen Jahr die Verdienste der Beschäftigten mit niedrigen Arbeitseinkommen stärker als die der besser verdienenden Beschäftigten. Eine Erklärung für diesen Anstieg ist die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns zum 1. Januar 2015.Wie stark sich der Mindestlohn auf die überdurchschnittliche Steigerung der Einkommen der Geringverdiener ausgewirkt hat, lässt sich laut Statistikamt auf Basis der vorliegenden Daten allerdings nicht sagen.

DGB fordert Erhöhung des Mindestlohns

Vor Einführung des Mindestlohns gab es im April 2014 in Hamburg 105.000 Jobs, die geringer bezahlt wurden als der neue Mindestlohn von brutto 8,50 Euro pro Stunde. 72.000 dieser schlecht bezahlten Jobs sind zum 1. Januar 2015 unter den Schutz des Mindestlohngesetzes gefallen.

„Unser Einsatz gegen die Armut und für faire Löhne kommt im Geldbeutel an“, sagt Uwe Polkaehn, Vorsitzender des Deutsche Gewerkschaftsbund Nord (DGB Nord). „Auch die Arbeitgeber können jetzt aufhören, über den Mindestlohn zu klagen – er ist zur Normalität geworden.“ Aber auch von 8,50 Euro könne niemand gut leben. „Deshalb muss der Mindestlohn ab 2017 erhöht werden, und vor allem müssen flächendeckend Tarifverträge her, die die Arbeitnehmereinkommen dahin bringen, wo sie hingehören“, fordert Polkaehn.

Auch in Schleswig-Holstein sind die Löhne der Beschäftigten mit niedrigem Einkommen deutlich angestiegen: Die Verdienststeigerung für ungelernte Arbeitnehmer lag 2015 bei plus 5 Prozent, teilte das Statistikamt Nord mit. Der Nominallohnindex in Schleswig-Holstein stieg dagegen nur um 2,6 Prozent.

( HA )

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