Innenbehörde

Hansestadt ist weiter Spitze bei Einbürgerungen

Die Zahl geht aber leicht zurück. Bearbeitungsdauer mittlerweile stark verkürzt. Bürgermeister hatte Einbürgerungskampagne verstärkt.

Hamburg.  Die Zahl der Einbürgerungen ist nach dem bisherigen Höhepunkt im Jahr 2013 im vergangenen Jahr erneut leicht zurückgegangen. Nach den aktuellen Zahlen der Innenbehörde, haben 2015 insgesamt 5891 Menschen in Hamburg die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten. Im Jahr 2014 waren es noch 6492 und 2013 insgesamt 7246, in den beiden Jahren zuvor deutlich weniger, nämlich 5736 im Jahr 2012 und 5639 im Jahr 2011, dem ersten Regierungsjahr von Olaf Scholz.

Der Bürgermeister hatte die bereits zuvor initiierte Einbürgerungskampagne verstärkt und zwischen Dezember 2011 und März 2015 insgesamt 154 192 Hamburgerinnen und Hamburger ohne deutschen Pass angeschrieben, die die Voraussetzung für eine Einbürgerung erfüllen, um ihnen die Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft nahezulegen. Vergleiche man die Antragszahlen von 2011 mit den Zahlen von 2015, so sei eine Steigerung von 27 Prozent zu verzeichnen, so die Innenbehörde. Trotz des Rückgangs liege Hamburg auch 2015 bei der Einbürgerungsquote wohl erneut klar bundesweit an der Spitze, sagte Innen­behördensprecher Frank Reschreiter.

Auch die Zahl der Einbürgerungsanträge habe 2015 mit 6666 in Hamburg auf hohem Niveau gelegen. „Es ist erfreulich, dass sich auch weiterhin viele Menschen entschlossen haben, Deutsche werden zu wollen“, sagte Innensenator Andy Grote. „Dieses Bekenntnis zur deutschen Staatsbürgerschaft ist das beste Beispiel für eine gelungene Inte­gration.“ Die meisten Eingebürgerten kamen wie im Vorjahr auch 2015 aus Afghanistan mit insgesamt 855 Fällen, gefolgt von der Türkei (737), Polen (386), aus dem Iran (343) und der Russischen Föderation (177). Bis 2013 kamen die meisten Eingebürgerten noch aus der Türkei. Stolz ist man im Senat auch auf die verkürzte Bearbeitungszeit bei den Einbürgerungsanträgen.

Voraussetzung für eine Einbürgerung sind das Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung, eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis, der Aufenthalt in Deutschland seit mindestens acht Jahren, die Aufgabe der bisherigen Staatsangehörigkeit und ausreichende Deutschkenntnisse sowie der Rechts- und Gesellschaftsordnung.