Hamburg

Mehr Jungen als Mädchen scheitern

Zwei Drittel der Schüler, die am Ende von Klasse sechs das Gymnasium verlassen müssen, sind männlich

Hamburg. Exakt 1277 Schüler der Klassen fünf bis zehn mussten am Ende des Schuljahres 2014/15 das Gymnasium verlassen und besuchen jetzt eine Stadtteilschule. Laut der Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der fraktionslosen Bürgerschaftsabgeordneten Dora Heyenn ergibt sich daraus eine Abschulquote von 19,5 Prozent.

Besonders hoch ist die Zahl der Schulformwechsler am Ende von Klasse sechs. Beim Übergang zu Klasse sieben entscheiden die Noten über die schulische Zukunft jedes Schülers. Wer die Versetzung nicht schafft, darf nicht die Klasse wiederholen, sondern muss das Gymnasium verlassen. An dieser Schwelle scheiterten im vergangenen Jahr allein 688 der 1277 Schulformwechsler – also mehr als die Hälfte.

Laut der Senatsantwort waren 434 der 688 Kinder Jungen. Das entspricht einem Anteil von etwa zwei Dritteln. Ähnlich hoch ist der Anteil der abgeschulten Kinder, die am Ende der Grundschulzeit keine Empfehlung für das Gymnasium hatten: 448 von 688. Aber: Auch 240 Jungen und Mädchen mit Empfehlung mussten das Gymnasium am Ende von Klasse sechs verlassen. Von den 688 Wechslern hatten 404 einen Migrationshintergrund – ihr Anteil ist überproportional hoch.

Schulbehördensprecher Peter Al­brecht weist darauf hin, dass das Gymnasium nur für Schüler die beste Wahl sei, die „bereits in Klasse vier schnelle konzentrierte Lerner sind“, während die Stadtteilsschule für Schüler richtig sei, die sich später entwickeln. Wenn Eltern dies bei der Schulformwahl stärker beherzigten, ließe „sich verhindern, dass eine große Zahl von Schülern nach Klasse sechs das Gymnasium verlassen“ müsse. „Die Stadtteilschulen haben dann die nicht einfache Aufgabe, die ehemaligen Gymnasiasten wieder aufzubauen und zu guten Leistungen zu motivieren“. Das gelinge ihnen in sehr hohem Maße.