Hamburg

Der neueste Trend: Trainer sind out, Berater sind gefragt

Hamburg. Was Fitness betrifft, ist Hamburg die Hauptstadt der Bundesrepublik. Nirgendwo ist das Angebot von Vereinen und sogenannten kommerziellen Anlagen derart vielfältig wie hier. Mehr als 300.000 Hamburger sind wohl auch deshalb Mitglied eines der mehr als 250 Studios. Hauptkriterium bei der Wahl der Qual bleibt die Nähe zur Wohnung oder zum Arbeitsplatz.

Die Anforderungen an die Anbieter haben sich im Laufe der Jahre enorm gewandelt. „Heute ist nicht mehr nur der Trainer gefragt, vielmehr besteht das Interesse an einem Coach, einem (Lebens-)Berater über den Sport hinaus. Auch der Wunsch unter den Kursteilnehmern, eine Community zu bilden, prägt sich immer stärker aus. Dem müssen wir nachkommen“, sagt Solveig Schlüter, Fitnessmanagerin der Eimsbütteler Kaifu-Lodge. Das hat auch die Ausbildung der Trainer verändert. Wer wie einst Programme nur herunterspult ist out, wer erklären, die Wünsche der Gruppe einbinden, diese auch individuell anpassen kann, der findet entsprechenden Zulauf.

Dass beim Work-out alle im selben Takt die Übungen absolvieren war gestern, heute geht jeder sein eigenes Tempo, macht so viele Wiederholungen, wie es seine Kraft und Ausdauer zulassen. Wichtig sei nur, dass die einzelnen Elemente sauber ausgeführt werden, sonst haben sie kein Effekt, sagt Schlüter. Schließen wollen alle am Ende den Erfolg der Mühen sehen und spüren. Weil diese Anforderungen niemanden mehr ausschließen, sind die Gruppen inzwischen weit heterogener besetzt, können Jung und Alt problemlos dieselben Kurse buchen.

In Angeboten, die Körper und Geist verbinden, die Themenschwerpunkte wie etwa „nicht rauchen“ oder „richtig essen“ haben, sieht Cornelius Hasselbach, der Geschäftsführer der Kaifu-Lodge, die Zukunft. Englisch, Spanisch und Französisch als Kurssprache gibt es in den Studios an der Bundesstraße bereits jetzt. Dass die Trainer aus mehr als 30 Nationen kommen, schafft nicht nur eine sprachliche, sondern ebenso eine kulturelle Vielfalt, die sich bei der Entwicklung neuer Kurse niederschlägt. Rund zehn werden jedes Jahr ins Programm genommen, sechs oder sieben setzen sich durch. „Wobei man manchmal langen Atem haben muss“, sagt Hasselbach. Yoga zum Beispiel war vor einigen Jahren noch schwer zu vermitteln, „wir haben aber an das Konzept geglaubt und es trotz geringer Teilnehmerzahl im Programm gelassen. Heute ist das einer der Renner unter unseren 273 Kursen.“