Altstadt

Flüchtlingsheime: SPD und Grüne wollen Bürger besser einbinden

Altstadt. Im Streit um die Ansiedlung von Flüchtlingsunterkünften sind die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen offenbar bereit, die Bürger bei der Suche nach geeigneten Standorten mehr als bisher einzubeziehen. Das wurde nach dem Treffen zwischen dem Dachverband von 15 Bürgerinitiativen und den Fraktionsvorsitzenden von SPD und Grünen, Andreas Dressel und Anjes Tjarks, bekannt.

Die Politik werde kurzfristig ein Verfahren vorschlagen, bei dem Bürgerinitiativen an der Suche nach geeigneten Flächen für die Flüchtlingsunterbringung transparenter und verbindlicher beteiligt werden könnten, erklärten Dressel und Tjarks am Freitag. Klaus Schomacker, Sprecher des Dachverbands, verwies auf die Zusage der Regierungspolitiker, sich um eine gleichmäßigere Verteilung der Flüchtlingsunterkünfte unter den 104 Hamburger Stadtteilen zu bemühen.

In Hamburg tobt derzeit ein heftiger Streit um die gleichmäßige Verteilung und die Größe von Flüchtlingsunterkünften. Senat und Verwaltung gehen davon aus, dass in diesem Jahr bis zu 40.000 neue Flüchtlinge in Hamburg untergebracht werden müssen. In einigen Stadtteilen regt sich Widerstand gegen die Unterbringung von zum Teil mehreren Hundert Flüchtlingen in Parks oder auf Grünflächen.

Ein nächstes Treffen ist für den 1. März vereinbart. Dressel und Tjarks räumten Handlungsbedarf ein, „insbesondere im Hinblick auf die nicht wenigen Stadtteile, die bisher noch keinerlei Beitrag zur Unterbringung geleistet haben“. Schomacker sprach von einem konstruktiven Gesprächsklima. „Jetzt kommen wir in das Fahrwasser, wo man redet.“ Zugleich blieb er vorsichtig. „In den Kernpositionen haben wir keine Bewegung bei unseren Gesprächspartnern feststellen können. Es gibt beispielsweise noch keinen Auftrag an die Bezirke, nach alternativen Flächen zu suchen.“