Hamburg

Kaum Nachfrage nach Elektroautos

Weniger Ladestationen in Hamburg als geplant. FDP-Fraktion kritisiert den Senat für langsamen Ausbau der E-Mobilität

Hamburg. Der Ausbau der Elek-tromobilität in Hamburg kommt nicht voran. Der Grund ist der schleppende Verkauf von Elektroautos. Das geht aus einer Senatsantwort auf eine Anfrage von Wieland Schinnenburg, verkehrspolitischer Sprecher der FDP, hervor. Danach habe sich der Verkauf dieser Fahrzeuge nicht so entwickelt wie vor eineinhalb Jahren angenommen.

Im August 2014 hatte der Senat seinen Masterplan zum Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge vorgestellt. Danach sollten bis Ende 2015 422 öffentliche Ladepunkte für E-Autos zur Verfügung stehen und bis Mitte dieses Jahres bereits 592. Tatsächlich gab es bis Ende 2015 lediglich 209 öffentliche Elektro-„Tankstellen“, wie aus der Senatsantwort hervorgeht.

Schinnenburg kritisiert das: „Der Senat ist mit viel Tamtam in das Thema E-Mobilität gestartet und nun kraftlos in der Realität angekommen. Die bisherigen Ergebnisse des Senats sind katastrophal.“ Dieser begründet die geringe Zahl der Ladestationen mit dem geringen Verkauf von Elektroautos. „Hierdurch ergibt sich auch eine entsprechende zeitliche Verschiebung des Bedarfs der Ladeinfrastruktur“, heißt es etwas umständlich in der Antwort. In diesem Jahr seien lediglich zwei weitere Stationen gebaut worden. 18 weitere seien in Planung.

Für den FDP-Verkehrspolitiker Schinnenburg ist das zu wenig. „Ich fordere den Senat auf, endlich mehr für die Elektromobilität zu tun statt Luftschlösser zu bauen.“ Aus seiner Sicht dürfe sich der Bau der Ladestationen nicht nach dem Verkauf von E-Autos richten. „Nur ein flächendeckendes Netz von öffentlichen Ladestationen wird der E-Mobilität zum Durchbruch verhelfen. Dass unser Vorschlag, Straßenlaternen kostengünstig als E-Ladepunkte zu nutzen, nicht einmal abschließend geprüft wurde, lässt an der Ernsthaftigkeit des Senats zweifeln.“

Dabei hatte Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) noch im August 2014 bei der Ankündigung des Ausbaus des Ladesäulen-Programms gesagt, dass emissionsfreie Antriebe gefördert werden müssten, „um die Luftbelastung zur besseren Lebensqualität in Hamburg zu reduzieren“. Rund fünf Millionen Euro werden dazu benötigt. Nach den ursprünglichen Plänen wollte die Stadt 4,1 Millionen Euro zur Verfügung stellen und der Bund weitere 600.000 Euro. Der Rest des Geldes sollte von privaten Anbietern aufgebracht werden. Nach den ursprünglichen Prognosen sollten derzeit 3600 Elektrofahrzeuge in Hamburg unterwegs sein und Mitte des Jahres nahezu 5000. Daraus wird so schnell nichts. Derzeit sind es nur rund 1600.