Hamburg

Bringt Hamburg bald Flüchtlinge in Schleswig-Holstein unter?

Hamburg.  Schleswig-Holstein will Hamburg bei der Unterbringung von Flüchtlingen helfen. Zurzeit seien rund 7900 von insgesamt 14.900 Plätzen in Erstunterkünften nicht belegt, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Patrick Tiede, am Freitag und bestätigte damit einen Bericht des Abendblatts. „Wir führen gute Gespräche, es ist politischer Wille, Hamburg zu helfen.“

In Hamburg liege die Auslastung der rund 21.000 Erstaufnahmeplätze an der Obergrenze, sagte der Sprecher der Innenbehörde, Frank Reschreiter. Einige Flüchtlinge seien auch noch in winterfesten Zelten untergebracht. „Wir würden uns freuen, wenn wir aus Schleswig-Holstein etwas angeboten bekämen“, sagte Reschreiter. „Das würden wir dann prüfen. Wir sind nicht in der Position, um Forderungen zu stellen oder Ansprüche zu formulieren, sondern müssen auf Angebote warten.“

Mit Mecklenburg-Vorpommern hat Hamburg bereits seit Jahren eine solche Vereinbarung über 200 Erstaufnahmeplätze und trägt die Kosten. „Eine solche Größenordnung mit Schleswig-Holstein würde uns nicht sehr viel weiterhelfen, da bräuchten es schon eine deutlich größere Zahl“, sagte Reschreiter. Im Falle einer Vereinbarung würden Hamburger Flüchtlinge vorübergehend in schleswig-holsteinischen Erstaufnahmen untergebracht – maximal sechs Monate, wie es gesetzlich möglich sei. Danach kämen sie wieder nach Hamburg. (lno)