Hamburg

Behinderte kochen für Kinder

Ein Inklusionsprojekt von Pestalozzi-Stiftung und Kirche sorgt für gesundes Essen in Kitas

Hamburg. Arbeitsplätze für Menschen mit schweren Behinderungen schaffen, indem man für Kita-Kinder gesundes Essen kocht. Diesen Weg möchte die Pestalozzi-Stiftung mit dem neuen Integrationsprojekt Kita Catering der hamburg work gGmbH gehen.

31 Kitas der Pestalozzi-Stiftung und der beteiligten Kirchenkreise Hamburg-Ost und Hamburg-West/Südholstein sollen ab Ende Januar täglich 2000 Essen bekommen – teilweise zubereitet von Menschen mit schweren Behinderungen. 50 neue Arbeitsplätze schafft das Integrationsprojekt in der geplanten Großküche an der Schnackenburgallee in Bahrenfeld. Ende des Jahres soll es losgehen. Die Hälfte der Mitarbeiter dort werden Menschen mit schweren geistigen und körperlichen Behinderungen sein, die unter anderem als Beiköche oder Küchenhelfer, in der Spülküche, im Lager, im Büro oder als Reinigungskräfte eingesetzt werden. Es sind Menschen, die bislang auf dem Arbeitsmarkt keine Chancen hatten. 3000 Schwerbehinderte werden vom Jobcenter begleitet, gelten als Langzeitarbeitslose.

Bis zu 4000 Mahlzeiten sollen langfristig täglich in der Großküche zubereitet werden. Das Besondere ist das vitaminschonende „Cook and Chill-Verfahren“. Das bedeutet: Kurz bevor das Essen gar ist, wird es gekühlt und dann in den Kitas vor Ort kurz erhitzt, statt wie üblicherweise bis zum Verzehr warmgehalten zu werden. Schirmherr ist Fernsehkoch Steffen Henssler: „Ich bin als Koch und Vater von diesem Projekt begeistert, habe selbst jemanden mit einer Behinderung in der Familie. Ich weiß, wie das Essen in Schulen und Kitas serviert wird.“ Das Thema Ernährung komme bei vielen Kindern zu kurz. „Es gibt Achtjährige, die sich kein Butterbrot schmieren und einen Apfel nicht von einer Paprika unterscheiden können“, so Henssler. Das Integrationsprojekt kostet 1,3 Millionen Euro und soll später wirtschaftlich arbeiten. „Wir sind noch auf Spenden angewiesen“, sagt Geschäftsführer Kay Gosslar.