Altona-Altstadt

Falscher Paketbote überfällt Frau

Räuber bedroht 26-Jährige in Altona und flüchtet. Schutz ist laut Polizei „außerordentlich schwierig“

Altona-Altstadt.  Mehrere Raubüberfälle haben die Hamburger Polizei in den vergangenen Tagen beschäftigt. Ein besonders perfider Fall ereignete sich am Donnerstagnachmittag in der Jessenstraße in Altona. Dort tarnte sich ein Mann gegen 15.20 Uhr als DHL-Paketbote, um sich Zugang zu der Wohnung einer 26-Jährigen zu verschaffen. Er klingelte an der Tür, das Opfer öffnete, nachdem es durch den Türspion gesehen hatte. Im selben Moment maskierte sich der Täter und bedrohte dann die Frau mit einer Pistole. In der Küche nahm er ihr Portemonnaie an sich und flüchtete anschließend, nachdem er noch mehr Bargeld erbeutet hatte. Das unverletzte Opfer alarmierte die Polizei, eine Sofortfahndung nach dem Mann mit sechs Streifenwagen und einem Hubschrauber blieb jedoch erfolglos.

Wenig später überfiel ein Mann einen Drogeriemarkt an der Bornheide in Osdorf. Zeugen verfolgten den betrunkenen Täter, die Polizei konnte ihn stellen. Unerkannt davon kam dagegen ein Mann, der um kurz vor Mitternacht am Donnerstag den Angestellten einer Tankstelle in Horn mit einer Pistole bedrohte und mit seiner Beute flüchtete.

Zu Raubüberfällen wie dem in der Jessenstraße, bei denen sich die Täter als Paketboten ausgeben, um in Wohnungen zu gelangen, kommt es immer wieder. Vor einem Jahr überfielen zwei vermeintliche „Hermes“-Mitarbeiter einen 66-Jährigen in Eppendorf. Im Juni bedrohte ein als Paketbote getarnter Mann eine Rentnerin in ihrer Wohnung in Langenhorn mit einem Messer und raubte rund 10.000 Euro.

„Solche Täter wählen immer eine Identität von Menschen, denen ihre Opfer vermutlich gern die Tür aufmachen, weil sie wichtig sein könnten. Also neben Paketboten zum Beispiel auch Polizisten oder Heizungsinstallateure“, sagt Polizeisprecherin Karina Sadows­ky. Sie rate den Leuten dazu, immer ein wenig skeptisch zu sein, wenn jemand Fremdes an der Tür klingele. „Es sind viele Betrüger unterwegs.“ Misstrauisch solle man werden, wenn ein Bote auftauche, man aber gar kein Paket erwarte. Allerdings, räumt die Sprecherin ein, sei das kein sicherer Schutz. Die in ihrer Wohnung überfallene 26-Jährige etwa habe durchaus ein Paket erwartet und sich zudem sogar über den Spion vergewissert, ob tatsächlich ein Bote vor der Tür stehe. „Solche Taten abzuwenden ist außerordentlich schwierig“, sagt Sadowsky. „Wenn man erkennt, dass es sich um einen Kriminellen handelt, kann man natürlich noch versuchen, die Tür wieder zuzuschlagen. Ist es dafür zu spät, ist es am besten, Ruhe zu bewahren.“

Der gesuchte Täter, der den Überfall am Donnerstag begangen hat, soll 30 bis 35 Jahre alt und etwa 1,60 Meter groß sein. Er hat schwarze Haare und braune Augen, trägt einen Bart und sieht „südländisch“ aus. Zur Tatzeit war er mit einem gelben „DHL“-Pullover bekleidet und hatte eine schwarze Sturmhaube und eine schwarze Pisto­le bei sich. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 040/ 428 65 67 89 entgegen.