Neustadt

Roma-Familien leben weiter in Kirchenwohnungen

Neustadt.  Es war eine aufsehenerregende Protestaktion und ein verzweifelter Hilferuf: 40 Roma, darunter zahlreiche Kinder, hatten im September den Hamburger Michel besetzt. Nach Angaben der Gruppe Vereinigte Roma Hamburg droht ihnen die Abschiebung, nachdem ihre Asylanträge abgelehnt worden waren. Nach mehreren Beratungsrunden mit der Stadt Hamburg entschied die Kirche unter Federführung von Pröpstin Ulrike Murmann, die Roma in kirchliche Obhut zu nehmen. Ein konkreter Ausreisebeschluss lag zu dem Zeitpunkt noch nicht vor.

Knapp vier Monate nach der spektakulären Aktion leben die Roma weiter in Hamburg. „Sie sind in kirchlichen Wohnungen untergebracht“, sagt der Sprecher des Kirchenkreises Ost, Remmer Koch. Es handle sich dabei um Wohnungen im Gebiet des Kirchenkreises. Auch im Gemeindehaus des Michel wohne seitdem eine Familie. In allen Fällen werden sie nach Angaben des Sprechers von Kirchengemeinden und Ehrenamtlichen betreut. Der Kirche ist wichtig zu betonen, dass es sich nicht um Kirchenasyl handelt.

Parallel hat die kirchliche Flüchtlingsberatungsstelle Fluchtpunkt begonnen, weitere rechtliche Möglichkeiten zu prüfen. Die Unterlagen aus dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge seien angefordert worden, hieß es. Ergebnisse lägen aber noch nicht vor. Allzu groß sind die Chancen der Roma, in Deutschland bleiben zu können, nicht: Sie stammen alle aus Balkanländern, die als sichere Herkunftsländer eingestuft werden.