Sekten

Verfassungsschutz warnt vor neuer Scientology-Masche

Mit diesem Broschüren versucht Scientology, neue Anhänger zu gewinnen

Mit diesem Broschüren versucht Scientology, neue Anhänger zu gewinnen

Foto: Landesverfassungsschutz

Info-Broschüren zu Drogen werden verteilt. Offenbar ein Versuch von Scientology, Anhänger zu ködern. Die Scientologen wehren sich.

Hamburg.  Mit Broschüren, getitelt mit Slogans wie „Sag Nein zu Drogen“ oder „Fakten über Cannabis“ versucht die Sekte Scientology derzeit neue Anhänger zu gewinnen – auch in Hamburg. Das berichtet der Hamburger Verfassungsschutz und warnt gleichsam vor der neuen Masche der Sekte, hinter der auf den ersten Blick der Verein „Sag Nein zu Drogen – Sag Ja zum Leben“ stecke.

Behörden-Sprecher Marco Hasse sagt: „Der Verein ist eine Nebenorganisation von Scientology. So wird versucht, über die Instrumentalisierung sozial akzeptierten Engagements neue Anhänger zu gewinnen.“

Seit 1997 wird Scientology vom Verfassungsschutz beobachtet

Die Broschüren werden derzeit in Geschäften ausgelegt sowie in Briefkästen geworfen. Hasse: „Mit professioneller Drogenaufklärung und Suchthilfe haben die Scientology-Materialien allerdings nur wenig zu tun.“ Er rät, die Broschüren „am besten umgehend in den nächsten Papierkorb zu werfen.“

Seit 1997 wird Scientology in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet, weil nach Ansicht der Behörden die Gemeinschaft gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung verstößt.

In einer Mail an das Abendblatt wies Scientology die Vorwürfe zurück. „Seit fast 20 Jahren betreibt der Verfassungsschutz gegen die Scientology Kirche und ihre Mitglieder eine Rufmordkampagne und hat in all den Jahren doch selber festgestellt, dass sich Scientologen an Recht und Gesetz halten“, hieß es.

Die als Sekte klassifizierte Gemeinschaft wurde von dem US--Science-Fiction-Autor L. Ron Hubbard (1911 – 1986) in den 50er-Jahren gegründet. Über unterschiedliche Techniken wird den Mitgliedern suggeriert, sie seien auserwählt, sie geraten gleichsam in eine Art psychische Abhängigkeit. Hinzu kommt, dass ungezählte Kurse und Seminare absolviert werden müssen, für die die Anhänger hohe Summen zahlen müssen.

Seit Jahren geht die Zahl der Anhänger von Scientology in Deutschland zurück. Bundesweit gibt es nach Behördenangaben etwa 3500 Scientologen, im Einzugsbereich der Hamburger Organisation sind es rund 400.