Hafencity/New York

Hamburger Windjammer „Peking“ kommt nach Hause

Noch in New York, bald in Hamburg: die Viermastbark "Peking"

Noch in New York, bald in Hamburg: die Viermastbark "Peking"

Foto: picture alliance / Jürgen Raible

Spektakulärer Plan: Das Schwesterschiff der "Passat" wird 2016 von New York nach Hamburg überführt. Restaurierung kostet Millionen.

Hafencity/New York.  Ein legendärer Hamburger Windjammer nimmt wieder Kurs auf die Hansestadt: Der historische Viermaster „Peking“ wird im kommenden Jahr seine Reise von New York aus antreten, wo das mehr als 100 Jahre alte Schiff am Pier eines Schifffahrtsmuseums liegt. Mit der Rückführung der „Peking“ in die Elbmetropole werde „ein Traum wahr, dass wir ein Schiff aus der Gattung jener Schiffe herbekommen, die maß­geblich zum Aufstieg des Hamburger Hafens zum Welthafen beigetragen haben“, freut sich Reinhard Wolf, Vorsitzender des Vereins Freunde der Viermastbark Peking.

Die bevorstehende Reise des Windjammers aus dem Jahr 1911 ist zugleich Zwischenstation und Ziel eines spektakulären Plans, der immer wieder Höhen und Tiefen erlebt hat. Seit Langem gab es Bestrebungen, die „Peking“ zurück nach Hamburg zu holen, doch Rückführung und Restaurierung sind kostspielig. Dank finanzieller Unterstützung der Bundesregierung, die laut Wolf insgesamt 26 Millionen Euro zugesagt hat, ist dieses Problem nun aus der Welt geschafft – und die Vorbereitungen für die Überführung können jetzt beginnen.

Dabei wird die Viermastbark mit einer Rumpflänge von 106 Metern wegen ihres schon ziemlich maroden Zustands insbesondere unterhalb der Wasserlinie die Reise nicht etwa aus eigener Kraft antreten, sondern in einem Dockschiff, also in einem Frachter, in dem sie wie in einem Trockendock stehen soll. „Dafür wird im ersten Quartal des Jahres 2016 eine Dockschiffreederei ausgewählt“, sagt Wolf. Es gebe überhaupt nur sehr wenige Reedereien, die dafür infrage kommen. Zudem müsse noch ein Gutachten darüber erstellt werden, welche Maß­nahmen vor dem Transport zur Stabilisierung des Windjammer-Rumpfes erfoderlich sind. Denkbar sei, dass an der schon recht dünnen Außenhaut des Schiffes zusätzliche Verstärkungen angeschweißt werden müssen.

Traumhafter Blick von der Elbphilharmonie aus

Im zweiten Quartal des kommenden Jahres solle dann der eigentliche Transport stattfinden, zu einer Werft, die dann die Restaurierung der „Peking“ vornehmen soll. „An der Auswahl der Werft wird intensiv gearbeitet“, sagt Wolf. Die eigentliche Reise im Dockschiff über den Altantik werde voraussichtlich zehn Tage dauern, die Restaurierung dann aber noch einmal anderthalb bis zwei Jahre in Anspruch nehmen. 2018 soll der Windjammer dann endgültig in Hamburg festmachen, seinen Liegeplatz soll er an den historischen 50er Schuppen erhalten, wo es bereits ein Hafenmuseum gibt – und damit vis-à-vis des Kleinen Grasbrook. „Das wäre dann schräg gegenüber der Elbphilharmonie“, und von dort aus hätten die Besucher des Konzerthauses einen traumhaften Blick auf die „Peking“, sagt Reinhard Wolf .

Die „Peking“ – Schwesterschiff der „Passat“, die in Travemünde liegt, repräsentiert eine besondere Epoche Hamburgs. Sie gehörte zu den berühmten Flying-P-Linern der Reederei F. Laei­sz. Am 25. Februar 1911 war sie bei Blohm & Voss vom Stapel gelaufen. Sie transportierte seinerzeit Massengüter zwischen Europa und Chile und musste dabei auch um Kap Hoorn segeln. Später kam sie nach New York, wo sie seitdem am Pier des South Street Seaport Museums liegt. Dort gibt es aber keinen Platz mehr für die „Peking“. Am 12. November dieses Jahres beschloss schließlich der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags, das Schiff nach Hamburg zu holen.