Devisen

Hamburger horten noch mehrere Millionen D-Mark

Gute, alte D-Mark? So sahen sie aus, die 100-Mark-Scheine

Gute, alte D-Mark? So sahen sie aus, die 100-Mark-Scheine

Foto: dpa

In diesem Jahr wurden 4,43 Millionen der alten Währung in Euro gewechselt. Und es kündigt sich ein Umtausch-Tourismus nach Hamburg an.

Hamburg/Kiel. Der Umtausch von alten D-Mark-Geldscheinen und -Münzen hält auch 14 Jahre nach der Einführung des Euro im Norden weiter unvermindert an. In diesem Jahr tauschten die Hamburger bis zum 20. Dezember 4,43 Millionen D-Mark zum amtlichen Wechselkurs in 2,27 Millionen Euro um, teilte die Hamburger Filiale der Bundesbank mit. Das war sogar ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr, als 4,19 Millionen Euro im Gesamtjahr gewechselt wurden. Rückläufig war allerdings die Zahl der Transaktionen, von rund 11.800 auf 10.400. Das ergibt rechnerisch einen durchschnittlichen Umtauschbetrag von immerhin 426 D-Mark. Damit suchen mehr als 40 Kunden durchschnittlich an jedem Arbeitstag die Hamburger Filiale der Bundesbank auf, um D-Mark in Euro zu tauschen.

Schleswig-Holsteiner müssen nach Hamburg

In Schleswig-Holstein wechselten D-Mark-Besitzer bis zum 20. Dezember 2,06 Millionen D-Mark um. Ein sinnvoller Vergleich mit dem Vorjahr ist nicht möglich, weil die beiden Filialen der Bundesbank im Laufe des Jahres geschlossen wurden, Lübeck zum 31. März und Kiel zum 30. September. Für Schleswig-Holsteiner besteht somit im eigenen Bundesland keine Umtauschmöglichkeit mehr; sie müssen mit ihren alten Geldscheinen und Münzen nach Hamburg reisen. D-Mark darf in Deutschland zeitlich unbegrenzt in Euro getauscht werden, im Gegensatz zu einigen anderen Ländern in Europa.

Hälfte des Geldes in Sammlungen vermutet

D-Mark-Scheine oder -Geldstücke können in allen Filialen der Bundesbank kostenlos und zeitlich unbegrenzt umgetauscht werden. Geld ist noch genügend vorhanden. Nach Angaben der Bundesbank sind bis zum 30. November 2015 rund 12,9 Milliarden D-Mark nicht umgetauscht worden: 6,1 Milliarden in Banknoten und 6,8 Milliarden in Münzen. Gut die Hälfte des Geldes wird in Sammlungen vermutet.