Lieferdienst

US-Pizzakette Domino’s will Joey’s übernehmen

„Joey's Pizza“-Gründer Carsten Gerlach (l) und Geschäftsführer Karsten Freigang in der Wandelhalle am Hamburger Hauptbahnhof

„Joey's Pizza“-Gründer Carsten Gerlach (l) und Geschäftsführer Karsten Freigang in der Wandelhalle am Hamburger Hauptbahnhof

Foto: Michael Rauhe / Joey's

Die in Deutschland noch unerfolgreiche US-Kette Domino's will den größten deutschen Pizza-Lieferanten mit Sitz in Hamburg kaufen.

Frankfurt.  Der größte deutsche Pizza-Lieferdienst Joey’s Pizza wird vom Konkurrenten Domino’s übernommen. Der Kaufpreis für die Kette mit ihren bundesweit 221 Filialen liege bei 45 Millionen Euro, teilten die Käufer am Dienstag mit. Bei Erfüllung bestimmter Kriterien könnte er sich auf bis zu 79 Millionen Euro erhöhen.

Die US-Pizzakette Domino’s hat Schwierigkeiten, in Deutschland Fuß zu fassen. Derzeit betreibt die Gruppe 20 Filialen in Deutschland, mindestens fünf sollen nun geschlossen werden. Auch die Hauptverwaltung in Düsseldorf und eine Verwaltung in Berlin werden dichtgemacht.

Erworben wird Joey’s von einem Joint Venture der britischen Domino’s Pizza Group (“DPG“) und der australischen Domino’s Pizza Enterprises (“DPE“). DPG hält die Franchise-Rechte für Domino’s Pizza unter anderem in Großbritannien und Deutschland, DPE besitzt die Franchise-Rechte für Domino’s Pizza unter anderem in Frankreich und den Niederlanden.

Joey's wurde in Hamburg gegründet

Joey’s Pizza wurde 1988 in Hamburg gegründet und erwartet im laufenden Jahr bei einem Umsatz von 143 Millionen Euro einen Betriebsgewinn (Ebitda) von rund sieben Millionen Euro. Früher hatte Joey's noch zweistellig steigende Jahresumsätze. Die Übernahme, die noch von den Behörden genehmigt werden muss, soll im Frühjahr abgeschlossen werden.

Erst im November hatte Joey's eine neue Strategie eingeführt. Im Hamburger Hauptbahnhof eröffnete die Kette mit Sitz in Hamburg ein Bistro. "Wir sehen uns nicht mehr länger nur als Lieferdienst für Pizza, wir kommen jetzt dorthin, wo die Kunden sind", hatte Joey's-Gründer Carsten Gerlach die neue Strategie seiner Firma vorgestellt.

Als Joey's vor knapp 30 Jahren mit seinem ersten Lieferdienst in Eimsbüttel startete, war das Internet noch in weiter Ferne. Heute drängen immer mehr Lieferplattformen in den Markt und bieten dem India-Imbiss oder dem Italiener von nebenan die Möglichkeit, ihre Gerichte auch an die Haustür zu liefern, ohne selber eine aufwendige Logistik mit Lieferwagen aufbauen zu müssen.

Joey's mit Sitz in der Hamburger City beschäftigt 65 Mitarbeiter in der Zentrale, verfügt über 25 Lieferstandorte in der Hansestadt und mehr als 200 Betriebe bundesweit. Die Marke liefert jährlich über zehn Millionen Pizzen aus und erzielte 2014 einen Netto-Umsatz von 135 Millionen Euro.