NSU-Prozess

Hamburger Anwältin weist Entschuldigung Zschäpes zurück

Die Anwältin vertritt die Familie des Hamburger NSU-Opfers Süleyman Tasköprü. Er wurde 2001 in seinem Lebensmittelgeschäft erschossen.

Hamburg/München. Nach der Erklärung der Angeklagten Beate Zschäpe im Münchner NSU-Prozess hat sich die Anwältin des Hamburger Opfers enttäuscht geäußert. „Ihre Aussage war sehr detaillos“, sagte Gül Pinar am Mittwoch dem Radiosender NDR 90,3. Sie vertritt die Familie des Hamburger Opfers Süleyman Tasköprü. „Besonders zu Hamburg hat sie überhaupt nichts gesagt, also nicht einmal den Namen Süleyman Tasköprü in den Mund genommen.“

Über Zschäpes Entschuldigung sagte Pinar: „Ich finde, dass der Zeitpunkt einer Entschuldigung so spät kommt, dass ich ihr das nicht abnehmen kann.“ Das sehe nach Taktik aus. Zschäpes Aussage, sie sei nie Mitglied der NSU-Terrorgruppe gewesen, kommentierte Pinar zurückhaltend. „Es ist eine Aussage, die man jetzt gehört hat, aber natürlich nicht glauben muss.“

Süleyman Tasköprü (31) wurde am 27. Juni 2001 in Hamburg in seinem Lebensmittelladen mit drei Kopfschüssen getötet. Zschäpe muss sich vor dem Oberlandesgericht München als Mittäterin an sämtlichen Verbrechen verantworten, die dem NSU angelastet werden, darunter zehn vorwiegend rassistisch motivierte Morde.

( dpa )

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