Osdorf

Rentner randaliert – und stirbt nach Fesselung durch Polizisten

Osdorf. Bei einem Polizeieinsatz am Harderweg ist am Mittwochmorgen ein 67 Jahre alter Mann ums Leben gekommen. Polizisten hatten ihn überwältigt, weil er randalierte und sie angriff. Plötzlich hörte der Rentner auf zu atmen. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Die Staatsanwaltschaft und die Dienststelle Interne Ermittlungen (DIE) haben wie in solchen Fällen üblich die Arbeit aufgenommen.

Schon in der Nacht war der 67-Jährige aufgefallen, weil er Autos mit Müll beworfen hatte. Am frühen Morgen randalierte der Rentner in seiner Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Dabei zerstörte er auch Möbel und warf Teile aus dem Fenster. Nachbarn riefen die Polizei. Als die Beamten ankamen, versuchte der Rentner, die offene Wohnungstür zu schließen. „Die Beamten drückten daraufhin die Tür auf“, sagt Polizeisprecher Andreas Schöpflin.

Dann eskalierte die Situation. Der 67-Jährige ging nach Darstellung der Polizei auf die Beamten los und schubste einen der Polizisten. Die Beamten brachten den Rentner zu Boden und legten ihm Handschellen an. „Während der Maßnahme waren die Polizeibeamten mit dem Mann fortwährend im Gespräch“, sagt Schöpflin. „Plötzlich reagierte der 67-Jährige nicht mehr auf die Ansprache.“ Die Polizisten stellten fest, dass der Mann das Bewusstsein verloren hatte und nicht mehr atmete. Sie nahmen ihm die Handschellen ab und versuchten ihn zu reanimieren. Ein alarmierter Notarzt setzte die Wiederbelebungsversuche fort. Vergebens. Der Mediziner stellte noch in der Wohnung den Tod des Rentners fest.

Die Leiche wurde in die Rechtsmedizin gebracht. Auf richterliche Anordnung erfolgte noch am Mittwoch eine Eilsektion. Diese lieferte ebenso wie weitere Untersuchungen bis zum Donnerstagnachmittag aber keine eindeutige Todesursache. Weitere feingewebliche Untersuchungen sollen jetzt Klarheit über den Tod des Mannes bringen. Wann ein Ergebnis vorliegt, konnte die Polizei nicht sagen.
Die Staatsanwaltschaft hat ein Vorermittlungsverfahren eingeleitet. Die vier an dem Einsatz beteiligten Polizisten bleiben weiter im Dienst. Polizeiintern geht man bislang von einem tragischen Unglücksfall aus. Der Einsatz selbst sei ein Routinefall gewesen. (zv)