Langenhorn

Wohnungsverband will Wohnortwahl einschränken

Flüchtlinge sollen bestimmte Zeit an dem ihnen zugewiesenen Ort bleiben müssen

Langenhorn. Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) hat sich dafür ausgesprochen, für Flüchtlinge die freie Wohnortwahl einzuschränken. Vermehrt scheuten Bürgermeister die für eine dauerhafte Unterbringung von Flüchtlingen nötigen Investitionsentscheidungen, „weil sie nicht sicher sind, ob die Flüchtlinge wirklich in ihrer Kommune bleiben“, erklärte der Verband am Freitag. Es wäre daher sinnvoll, „über eine erneute Einführung des Wohnortzuweisungsgesetzes für geflüchtete Menschen nachzudenken“.

Hintergrund ist die Sorge, dass Flüchtlinge, die in einer strukturschwachen Region untergebracht wurden, diese verlassen und in eine Metropole drängen. Die Mitglieder seines Verbandes seien bereit, Wohnraum zu schaffen, sagte VNW-Chef Andreas Breitner. Dafür sei aber Verlässlichkeit notwendig. Es könne nicht sein, dass Flüchtlinge „gleich nach Erhalt der Aufenthaltsgenehmigung wegziehen und die neuen Wohnungen leer stehen“. Damit würden Unternehmen und Kommunen sich kaputt wirtschaften.

Der VNW vertritt 319 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. In deren 737.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen.

Die Zuweisung des Wohnortes galt bis 2009. Das Gesetz sah vor, dass Aussiedler auf bestimmte Zeit in dem ihnen zugewiesenen Ort bleiben mussten. Nur dort erhielten sie staatliche Unterstützung. Die Zuweisung bezog sich zuletzt auf drei Jahre. Ziel war es, dass die Betroffenen nicht mehr vorrangig in die „ohnehin schon überlasteten Ballungsgebiete“ zogen.

Am Donnerstag hatte der Deutsche Städtetag eine ähnliche Forderung erhoben. Asylberechtigte sollten sich über eine gewisse Zeit ihren Wohnort nicht selbst aussuchen können, um Metropolen zu entlasten.