Hamburg

Jetzt den Adventskranz vorbereiten

Der Hamburger SozialreformerJohann Hinrich Wichern erfand ihn 1839 – für Kinder aus Problemvierteln

Keine vier Wochen mehr – und das Weihnachtsfest beginnt. Bis zum 24. Dezember wollen wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, jeden Tag mit einer Kolumne unterhaltsam zum Fest geleiten, Tipps geben und Bräuche erklären – den Barbara-Tag genauso wie die „Tannenbaumreligion“.

Wer sein Wohnzimmer adventlich schmücken will, nutzt den heutigen Sonnabend dazu, beim Marktbummel einen Adventskranz zu kaufen. So kann am Sonntag die erste Kerze entzündet werden. In diesem Jahr ist der Roncalli-Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus erstmals mit einer Originalversion geschmückt – dem großen Adventskranz, wie er einst in Hamburg erfunden wurde. Tatsächlich stammt das Schmuckstück ursprünglich aus der Hansestadt. Es war der Sozialreformer Johann Hinrich Wichern (1808-1881), der seine Jungs aus den Problemvierteln im Jahr 1839 mit einem Holzrad überraschte. Darauf hatte der Gründer des Rauhen Hauses vier große weiße und 20 kleine, rote Kerzen befestigt. Während die weißen jeweils an den vier Adventssonntagen leuchten sollten, symbolisierten die roten das tägliche Warten bis zum Heiligen Abend. So konnten die Kinder auch das Zählen üben.

Später wurde das Arrangement mit reichlich Tannengrün ergänzt, schließlich gilt diese Farbe als Zeichen der Hoffnung. Bis heute ist das Entzünden des Adventskranzes, der meist nur noch aus vier Kerzen besteht, für viele Menschen ein lieb gewordenes Ritual. Im schnellen Takt der Zeit strukturiert eine brennende Kerze das besinnliche Warten auf Weihnachten.

An diesem Sonntag übergibt Pastor Friedemann Green, Vorsteher des Rauhen Hauses, einen Wichernschen Adventskranz an Staatsrat Christoph Krupp, den Chef der Senatskanzlei. 2015 hat der Kranz 26 Kerzen.