Hamburg

Einbruch beim Containerumschlag im Hamburger Hafen

Das Containerschiff „Cap San Nicolas“ der Reederei Hamburg Süd liegt am Terminal Burchardkai. Der Containerumschlag im Hamburger Hafenn ist deutlich zurückgegangen

Das Containerschiff „Cap San Nicolas“ der Reederei Hamburg Süd liegt am Terminal Burchardkai. Der Containerumschlag im Hamburger Hafenn ist deutlich zurückgegangen

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Der Hamburger Hafen fällt unter den Containerhäfen in Europa zurück. Umschlag von 8,8 Millionen Standardcontainern in diesem Jahr.

Hamburg.  Der Hamburger Hafen wird in diesem Jahr ungefähr ein Zehntel weniger Container umschlagen als im Vorjahr. Er rechne am Ende des Jahres mit einem Umschlag von 8,8 Millionen Standardcontainern (TEU), sagte Axel Mattern, Vorstand der Marketing-Gesellschaft des Hafens, am Montag in Hamburg. Im vergangenen Jahr waren es 9,7 Millionen TEU.

Damit fällt Hamburg unter den Containerhäfen in Europa auf den dritten Rang hinter Rotterdam und Antwerpen zurück. Der Hamburger Containerumschlag läge in diesem Jahr ungefähr auf dem Niveau des Jahres 2006.

In den ersten neun Monaten reduzierte sich der gesamte Güterumschlag um 4,8 Prozent auf 104,6 Millionen Tonnen, teilte Mattern mit. Der Containerumschlag ging gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 9,2 Prozent auf 6,7 Millionen (TEU) zurück. Ursachen waren vor allem Rückschläge im Handel mit China und Russland, den beiden wichtigsten Partnern des Hamburger Hafens, sowie im Transithandel. Allein mit China, das für jeden dritten Container im Hafen verantwortlich ist, ging der Umschlag um knapp 15 Prozent zurück, mit Russland sogar um 36 Prozent.

„Da China unser stärkster Handelspartner im Containerverkehr ist und große Mengen der Container auch weiter in den Ostseeraum transportiert werden, ist dieser Rückgang für den Hamburger Hafen schmerzlich“, sagte Mattern. Das Weihnachtsgeschäft im August und September sei weitgehend ausgefallen. China erlebt gegenwärtig eine Wachstumsdelle und will seine Industrie in Richtung auf höherwertige Produkte neu ausrichten. Was das langfristig für den Hamburger Hafen bedeuten könnte, ist offen.

In Russland hingegen, das nach dem Einbruch nur noch der drittgrößte Handelspartner des Hafens nach China und Singapur ist, sei die Talfahrt abgeschlossen und der Umschlag stabilisiere sich. Der Rückgang sei auf die Handelssanktionen, den schwachen Rubel, den niedrigen Ölpreis und die allgemeine Rezession in Russland zurückzuführen.

Hamburger Hafen unter Konkurrenzdruck

Zudem steht Hamburg unter zunehmenden Konkurrenzdruck durch die Westhäfen, die ihre Kapazitäten zum Teil erweitert haben und breiter aufgestellt sind. In Rotterdam legte der Containerumschlag in den ersten neun Monaten um 1,0 Prozent zu, in Antwerpen um 8,0 Prozent. Auch Hamburg müsse sich nach neuen Fahrtgebieten umsehen, zum Beispiel in Südamerika, sagte Vorstand Ingo Egloff . Die Konkurrenzhäfen griffen zudem einige Transitverkehre in Hamburg an, weil besonders große Schiffe den Hamburger Hafen wegen der verzögerten Elbvertiefung nicht ausreichend beladen ansteuern könnten.

Einige gute Nachrichten hatte Mattern und Egloff auch zu verkünden. So wurde Hamburg stärker im Hinterland-Verkehr und legte gegen den Trend um 1,0 Prozent auf 4,5 Millionen TEU zu. Das bedeutet auch, das einige Seetransporte an Land verlegt worden sind, zum Beispiel in Richtung Polen. Etliche Container werden jetzt per Bahn oder Lkw zu ihrem Ziel transportiert, nicht mehr mit dem Seeschiff. Die Bahn wuchs im Hinterlandverkehr mit 4,1 Prozent überdurchschnittlich.

Und der Umschlag von Massengütern läuft im Hamburger Hafen weiterhin gut. Rund 34,3 Millionen Tonnen in den ersten neun Monaten bedeuten ein sattes Plus von 8,7 Prozent. Besonders der Import von Kohle und der Export von Getreide verzeichneten einen kräftigen Zuwachs.