Wilhelmsburg

Wo Grundschullehrer die Vorschule besuchen

Lehrerin Esma
Hafizovic (l.) und
Pädagogin Kathrin
Hauschild mit
Kindern, die am
Projekt Vorschule
Plus teilnehmen

Lehrerin Esma Hafizovic (l.) und Pädagogin Kathrin Hauschild mit Kindern, die am Projekt Vorschule Plus teilnehmen

Foto: Michael Rauhe / HA

Wilhelmsburg.  Dass Erstklässler ihre Lehrerin anhimmeln, ist an vielen Schulen so. An der Grundschule Kirchdorf ist das noch ein bisschen ausgeprägter: „Ich mag Schreiben und Lesen und meine Super-Lehrerin“, sagt Ömer-Faruk, 6, aus der Klasse 1b. „Sie ist die Netteste“, sagt Mitschülerin Sude, 6. Die Erstklässler kennen ihre Lehrerin Esma Hafizovic bereits aus der Vorschule. Denn an der Grundschule in Kirchdorf gibt es die VorschulePlus: Dort begleiten die Grundschullehrer mit den Vorschulpädagogen die Gruppen und übernehmen die Kinder in der ersten Klasse. So soll der Übergang in die Grundschule für alle klappen, vor allem für die Kinder, die noch Defizite haben. „Viele Kinder kommen mit ein bis zwei Jahren Rückstand in die erste Klasse. Das holen die nur selten auf“, sagt Schulleiter Christian Gronwald. Daher sei eine frühe Förderung umso wichtiger, aber ohne aus einer Vorschulklasse eine erste Klasse zu machen. Lehrerin Esma Hafizovic kam zwei Stunden am Tag in die Vorschulklasse und arbeitete dort mit ihren späteren Schülern. „Im Hinterkopf habe ich immer: Was sollte dieses Kind in der ersten Klasse können?“ Behutsam und über Monate hat sich die Lehrerin an die Kinder und ihre Schwächen und Stärken herangetastet. „Wir schauen nicht nur auf die Defizite, sondern geben den Kindern auch Input, wenn sie den brauchen.“ Für Esma Hafizovic und ihre Erstklässler hat sich der Einsatz der Lehrerin in der Vorschule bewährt: „Ich kannte die Kinder am ersten Schultag.“ Die Kinder waren gleich in der Lage, dem Unterricht zu folgen.