Hoheluft-Ost

Mit dem richtigen Anschub klappt’s auch mit der Ausbildung

Schüler der SchuB-Klasse
in Eppendorf
lernen in der Schule
und in Betrieben.
Nach ihrem
Abschluss halten
viele einen Ausbildungsvertrag
in den Händen

Schüler der SchuB-Klasse in Eppendorf lernen in der Schule und in Betrieben. Nach ihrem Abschluss halten viele einen Ausbildungsvertrag in den Händen

Foto: Roland Magunia / HA

Hoheluft-Ost.  Sie brauchen einen Anschub – Lucas, weil er sich im Unterricht nicht konzentrieren konnte, Ceyda, weil sie andere Dinge im Kopf hatte als Schule. Was tun mit Zehntklässlern, die keine Lust mehr haben auf Unterricht? In der SchuB-Klasse an der Stadtteilschule Eppendorf läuft Schule anders ab. SchuB steht für Lernen und Arbeiten in Schule und Betrieb: Jedes Jahr gehen 20 Schüler an zwei Tagen in der Woche in ihre Betriebe zum arbeiten und nehmen in kleineren Gruppen den Schulstoff durch. Am Ende hatten bislang alle Schulabschluss und Ausbildungsvertrag.

Schule hat David noch nie Spaß gemacht. Und dennoch hat es der 17-Jährige geschafft und macht eine Ausbildung zum Pflegeassistenten. „Nur weil meine Lehrer an mich glauben, heißt es nicht, dass ich es schaffe. Ich muss schon selbst an mich glauben“, sagt er und klingt sehr reif. Er habe sich weiterentwickelt während seines Praktikums im Hospital zum Heiligen Geist. In den Betrieben lernen die Schüler Pünktlichkeit, Teamfähigkeit. Autohäuser, Schuhläden, Kindertagesstätten, Seniorenheime kooperieren seit drei Jahren mit der Stadtteilschule. „Wir haben unser eigenes Konzept erarbeitet“, sagt Lehrerin Christiane Supthut. Schüler müssen sich für die SchuB-Klasse bewerben. In dieser Klasse herrscht ein besonderer Geist, die Verbindung zwischen Schülern und Lehrern ist eng. Lehrer Christian Freier liegen seine SchuB-Schüler besonders am Herzen: „In meinen 17 Jahren als Lehrer habe ich noch nie etwas so Sinnhaftes gemacht wie hier.“