Hamburger Modekette

Tom-Tailor-Chef will Beitrag zum Sparprogramm leisten

Dieter Holzer, 51,
führt die Modekette
Tom Tailor
seit 2006

Dieter Holzer, 51, führt die Modekette Tom Tailor seit 2006

Foto: Tom Tailor Group

Vorstandschef Dieter Holzer kam zuvor auf ein Gesamtgehalt von gut 4,5 Millionen Euro. Die jetzige Jahresvergütung fällt niedriger aus.

Hamburg.  Die prekäre Lage der Hamburger Modekette Tom Tailor dürfte sich auch auf das zuletzt üppige Gehalt von Unternehmenschef Dieter Holzer auswirken. „Der Vorstand wird seinen Beitrag zum jetzt aufgelegten Sparprogramm leisten“, sagte Unternehmenssprecherin Erika Kirsten dem Abendblatt auf Nachfrage. Die Vergütung für das laufende Jahr werde niedriger ausfallen als 2014. Konkrete Zahlen nannte sie allerdings nicht.

Die Modekette hatte am Dienstag angekündigt, vier bis fünf Millionen Euro beim Personal einsparen zu wollen und auch unrentable Filialen zu schließen, um wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen. Betriebsbedingte Kündigungen sind in diesem Zusammenhang nicht ausgeschlossen, Verhandlungen mit dem Betriebsrat haben gerade erst begonnen.

Laut Geschäftsbericht kam Vorstandschef Holzer im vergangenen Jahr auf ein Gesamtgehalt von gut 4,5 Millionen Euro – etwa die Summe, die jetzt insgesamt beim Personal eingespart werden soll. Die Festvergütung machte dabei lediglich 928.000 Euro aus, der Löwenanteil kam durch Boni und andere variable Erfolgskomponenten zustande. In Hamburg zählte Holzer damit zu den Spitzenverdienern, lag beispielsweise deutlich über dem Gehalt von Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich, der als Vorstand eines DAX-Konzerns auf 2,5 Millionen Euro kam. Die Vergütung des Tom-Tailor-Chefs dürfte im laufenden Jahr allein schon deshalb sinken, weil seine Erfolgbeteiligung nicht mehr so stark wie früher an den Umsatz, sondern mehr an den Gewinn gekoppelt ist.

Festhalten will der Vorstand weiterhin an den Umzugsplänen innerhalb der Hansestadt, obwohl diese zuletzt mit der Expansion und der zunehmenden Zahl von Mitarbeitern begründet worden waren. Allerdings sucht das Unternehmen nach Angaben der Sprecherin nicht mehr in der Innenstadt nach neuen Büroflächen, sondern in unmittelbarer Nähe der bisherigen Zentrale am Garstedter Weg.