Hamburg

Symphoniker geben Gratis-Konzert im Alten Elbtunnel

Ungewöhnlicher Ort für ein Konzert: der Alte Elbtunnel

Ungewöhnlicher Ort für ein Konzert: der Alte Elbtunnel

Foto: dpa Picture-Alliance / Bodo Marks / picture alliance / dpa

Die Hamburger Symphoniker präsentieren an diesem Sonnabend ab 17 Uhr ein ganz besonderes musikalisches Ereignis. Der Eintritt ist frei.

Hamburg.  Wenn es so etwas gibt wie ein geheimes Wahrzeichen Hamburgs, dann ist der Alte Elbtunnel ein heißer Kandidat. Man muss ihn einfach mögen, seinen Retro-Charme, die gelben Fliesen, den rumpelnden Aufzug. Er entschleunigt, und alle sind vor und in ihm gleich, Fußgänger, Radfahrer, Auto- und LKW-Fahrer, Berufspendler, Touristen.

Als Konzertsaal hat er sich allerdings bislang eher selten hervorgetan. Vor einigen Jahren hat das Philharmonische Staatsorchester dort einen Videoclip drehen lassen. Das Programm war musikalisch allerdings recht bescheiden, denn mehr als ein Tremolo, wie das planvolle Zittern des Bogens bei Streichern italienisch bezeichnet wird, gaben die empfindlich niedrigen Temperaturen nicht her.

Die Hamburger Symphoniker gehen da in die Vollen und präsentieren an diesem Sonnabend ab 17 Uhr ein ganzes Mini-Konzert. Elena Bashkirova ist als Solistin für Beethovens 4. Klavierkonzert gebucht, das Ion Marin am Tag darauf beim 3. Sinfoniekonzert dirigiert. Und wo sie schon mal da ist, spielt sie mit dem Klarinettisten Elmar Hönig und dem Cellisten Arne-Christian Pelz das „Gassenhauer-Trio“ von Beethoven. Gassenhauer, das Wort ist auch wieder retro! So nannte man auch vor 200 Jahren das, was heute Schlager ist: eine schlichte, ohrwurmtaugliche Weise. Beethoven hat eine ganze Menge von ihnen in sein Stück für Klavier, Klarinette und Cello eingebaut. Und auch wer sie nicht (alle) erkennt, hört, wie viel Vergnügen das dem Komponisten bereitet haben muss.

Die Stückauswahl ist raffiniert. Gassenhauer waren eben nicht für die oberen Schichten, sondern für jedermann. Genau wie dieses Konzertchen. Es gehört in die Symphoniker-Reihe MusikImPuls, die über die nächsten zwei Spielzeiten läuft. Geplant sind Pop-up-Konzerte an ungewöhnlichen Orten und Live-Konzertprojektionen aus der Laeiszhalle an Häuserfassaden. Die Initiative baue Berührungsängste ab „und macht klassische Musik für alle Hamburger erfahrbar“, verspricht Intendant Daniel Kühnel.

Und die Temperaturen? Geheizt wird nicht, der Flügel darf sich ab dem Vormittag akklimatisieren. Aber es soll nicht so kalt werden. Und ein bisschen Abenteuer gehört schließlich dazu.

„MusikImPuls“ Sa 7.11., 17 Uhr, Alter Elbtunnel (Zugang St. Pauli). Eintritt frei