Altstadt

Jetzt hakt Bürgerschaft im Streit um Touristeninformation nach

Altstadt. Die Bürgerschaft wird sich nun mit dem bevorstehenden Aus für die geplante repräsentative Tourismusinformation auf dem Rathausmarkt beschäftigen, über die das Abendblatt exklusiv berichtet hatte. „Wir haben vernommen, dass die Umsetzung des Vorhabens stockt. Deshalb werden wir nun die beteiligten Personen in die relevanten Ausschüsse einladen, um uns über die Hintergründe zu informieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen“, sagte SPD-Tourismusexpertin Dorothee Martin. Das Ziel müsse auf jeden Fall sein, eine für Hamburg angemessene Tourismus­information einzurichten.

Wie berichtet, hatte es einen europaweiten Architektenwettbewerb gegeben. Der vom Preisgericht favorisierte Entwurf sieht jedoch nur eine Fläche von weniger als 400 Quadratmetern vor. Die Hamburg Tourismus GmbH (HHT) und ihre Partner hatten aber ursprünglich mit 600 Quadratmetern geplant, in die auch Gastronomie einziehen könnte. Ansonsten ist die Tourismusinformation nach Auffassung von Hamburg Tourismus nicht wirtschaftlich tragbar. Das soll auch die zuständige Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation so sehen.

Unterdessen setzt Dehoga-Präsident Franz Klein weiterhin auf das Vorhaben: „Hamburg braucht dringend eine repräsentative und zentral gelegene Tourismusinformation. Dafür wäre der Rathausmarkt der geeignete Standort.“ Die heutigen dezentralen Einrichtungen genügten den Anforderungen nicht, die an eine Tourismusmetropole gestellt werden, so Klein. Bislang gibt es zwei offizielle, aber eher unscheinbare Anlaufstellen für Gäste aus aller Welt am Flughafen und am Hauptbahnhof.

Auch Michael Osterburg, Grünen-Fraktionschef in Mitte, würde es bedauern, wenn die Tourismusinformation auf dem Rathausmarkt nicht realisiert werden könnte: „Denn dadurch würde der Platz belebt. Die herunter­gekommenen Kioske, die hier momentan angesiedelt sind, sind diesem wichtigen Standort nicht würdig.“