Harburg/eidelstedt

Neue Großunterkunft in Neugraben

1500 Plätze in ehemaligem Fegro-Großmarkt. Weitere neue Standorte. Keine Duschen in Eidelstedt

Harburg/eidelstedt. Im ehemaligen Fegro-Großmarkt an der Schlachthofstraße in Harburg wird die nächste Zentrale Erstaufnahme (ZEA) eingerichtet. In dem 11.500 Quadratmeter großen Gebäude und in Containern auf dem dazugehörigen Parkplatz sollen bis zu 1500 Menschen Platz finden. Es ist die dritte ZEA, die in dem Bereich errichtet wird. In der ehemaligen Harburger Post sind bereits rund 600, in der ZEA Neuland, die ebenfalls an der Schlachthofstraße liegt, bereits rund 540 Flüchtlinge untergebracht.

Erst am Donnerstag hatten Behördenvertreter erstmalig den Gebäudekomplex besichtigt. Bereits am Freitag waren die Verträge unterschrieben und die Schlüssel übergeben. Der Besitzer, das Unternehmen Handelshof, hatte die Immobilie gekauft und jetzt der Stadt angeboten. Betreiber wird das DRK-Harburg sein, das auch für die andere Erstaufnahmeeinrichtung an der Schlachthofstraße zuständig ist. Deren Leiter Harald Krüger rechnet mit rund 400 Flüchtlingen, die bereits am Wochenende dort einquartiert werden. Diese Zahl bestätigte Frank Reschreiter, Sprecher der Innenbehörde. „Es ist eine Ad-hoc-Maßnahme, die nötig ist“, sagt Reschreiter. In den vergangenen Tagen waren jeweils mehrere hundert Flüchtlinge nach Hamburg gekommen, die untergebracht werden mussten. In einem Rundschreiben, das in Harburg die Runde machte und über das Freiwillige Helfer gesucht wurden, ist sogar von rund 1000 Flüchtlingen die Rede, die in der Schlachthofstraße einquartiert werden.

Schwierigkeiten macht bei der Einrichtung der Unterkunft in dem ehemaligen Großmarkt noch die Rekrutierung von geeignetem Personal. Das gilt laut Krüger sowohl für die Mitarbeiter zur Betreuung wie für die Wachdienste.

Neben der ZEA Schlachthofstraße soll ab dem Wochenende auch eine Sporthalle in der Wendenstraße für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt und die Kapazität der Erstaufnahme am Rugenbarg in Osdorf um rund 200 Plätze erhöht werden. Auch in einem ehemaligen Elektronikmarkt an der Kieler Straße in Stellingen entsteht eine Notunterkunft für 450 Flüchtlinge. Die Einrichtung solle „unverzüglich“ beginnen, hieß es.

In der am vergangenen Sonntag eingerichteten Notunterkunft am Hörgensweg in Eidelstedt hatten etwa 850 Bewohner zuvor fünf Tage ohne Duschen und Wasserversorgung verbringen müssen. Bis zum Freitagabend sollten nun zehn Duschen und ein weiterer Sanitärcontainer an dem ehemaligen Baumarkt errichtet werden. (zv/crh)