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Otto hat jetzt das größte Firmen-Fitnessstudio

Die Auszubildende
Joana Garrn trainiert
am Rotary
Torso, einem der
Geräte in der neu
eröffneten Fitness
Lounge von Otto

Die Auszubildende Joana Garrn trainiert am Rotary Torso, einem der Geräte in der neu eröffneten Fitness Lounge von Otto

Foto: Andreas Laible / HA

Immer mehr Unternehmen machen ähnliche Angebote. Bisher sind beim Handelskonzern Otto rund 1000 Mitglieder für Fitness angemeldet.

Hamburg.  In Hamburg hat das größte Firmen-Fitnessstudio Deutschlands eröffnet. In der 1200 Quadratmeter großen Corporate Fitness Lounge können Mitarbeiter von Otto, der Techniker Krankenkasse und kooperierenden Firmen ab sofort in einem ehemaligen Bonprix-Gebäude an der Werner-Otto-Straße trainieren. Die neue Lounge ersetzt ein altes, 500 Quadratmeter kleineres Studio, dass Otto zuvor betrieben hatte.

Für die Mitgliedschaft, die sie zur Nutzung von Geräten und zur Teilnahme an Kursen berechtigt, zahlen die Mitarbeiter einen monatlichen Beitrag von 32,50 Euro. Bisher sind rund 1000 Mitglieder angemeldet, das Sportangebot nutzen könnten allein bei Otto 4000 Beschäftigte. „Wir sind der Meinung, dass das Sportangebot zum Wohlbefinden unserer Mitarbeiter beiträgt. Außerdem steigert es die Attraktivität als Arbeitgeber“, sagt Otto-Sprecher Frank Surholt.

Nach der „Sportivity“-Studie des Zukunftsinstituts sitzen 44 Prozent der Befragten während der Arbeitszeit durchgängig am Schreibtisch. 26 Prozent gaben an, sich „mäßig“ zu bewegen, also zur Kaffeemaschine und zurück zum Schreibtisch. Demnach legen Deutsche am Tag 1700 bis 5000 Schritte zurück, obwohl mindestens 10.000 erstrebenswert wären. Nach Meinung der Studienleiter sollte Sport deshalb in den Arbeitsalltag integriert werden. Jedoch biete nur etwa ein Viertel der Unternehmen in Deutschland eine Art von Betriebssport an.

Im Betriebssport Verband Hamburg sind etwa 500 Unternehmen, Behörden und Institutionen organisiert, in denen 60.000 Mitarbeiter tätig sind. Der Verband organisiert betriebssportliche Wettkämpfe, berät aber nach eigenen Angaben als Partner der Hamburger Wirtschaft auch zunehmend Unternehmen im Bereich Betriebliches Gesundheitsmanagement.

Das Bundesministerium für Gesundheit listet verschiedene Hamburger Unternehmen als sogenannte Best-Practice-Beispiele im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung auf, darunter der Beiersdorf-Konzern. Auch andere Hamburger Firmen bieten Fitness für ihre Angestellten an: Bei dem Computerspielehersteller Goodgames können Mitarbeiter unter anderem an Yogakursen im Bürogebäude teilnehmen. Der Lufthansa Sportverein Hamburg, der rund 4300 Mitglieder zählt, bietet Mitarbeitern und deren Freunden und Familien Betriebssport in mehr als 35 Sparten an.

In dem Otto-Fitnessstudio können Mitglieder zwischen mehr als 30 Kursen wählen und an Geräten trainieren. Im Einzeltraining erhalten sie nach einem Körpercheck einen sogenannten Wellness-Key, der an die Geräte gehalten wird und Informationen darüber gibt, welches Trainingsprogramm das Mitglied nach seinem persönlichen Plan zu absolvieren hat. Das Unternehmen glaubt, dass sich ein solches Angebot auszahlt. „Im sogenannten Gesundheitsindex messen wir jährlich das Gesundheitsempfinden unserer Mit­arbeiter“, sagt Sprecher Surholt. „Darüber hinaus haben wir in einer gezielten Befragung bei Fitnesslounge-Mitgliedern eine signifikante Verbesserung des Gesundheitszustandes festgestellt.“

Nach einer Studie, an der unter anderem der Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK) beteiligt war, können Sportprogramme dazu beitragen, die Fehlzeitenrate um bis zu 36 Prozent zu senken. So könnte das zuvor investierte Geld sich vielfach wieder auszahlen.

Bei der Eröffnung des Otto-Fitnessstudios wurden potenzielle Mitglieder mit zur Einweihung vergünstigten Tarifen gelockt. Für weniger Überzeugte gab es kostenlose Hot Dogs.