Hamburg

Wohnungen im Internet: Warum ein "Einzugspaket" floppte

Wer über Vermietster.de mietet, kann ein Paket mit Fußmatte und Raumspray dazu buchen. Haben Wohnungssuchende das falsch verstanden?

Hamburg. Was haben ein Regenschirm mit Sturmsicherung, eine Fußmatte und ein Gutschein für eine Fensterreinigung mit einem Mietvertrag zu tun? Normalerweise gar nichts. Beim Hamburger Start-up Vermietster.de allerdings gehören diese Leistungen zum sogenannten „Einzugspaket“, das das Portal neuen Mietern offeriert – inklusive einem Raumspray.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. „Das Angebot ist optional und hat keinen Einfluss auf die Objektvergabe“, vermerken die Macher des Portals ausdrücklich. Und das hat einen Grund: Noch bis zum frühen Freitagnachmittag wurden Wohnungssuchende in einer Internet-Annonce für eine 4,5-Zimmer-Wohnung in Eimsbüttel aufgefordert, beim Besichtigungstermin neben Selbstauskunft und Verdienstausweis auch die „vorläufige Buchung unseres Einzugspakets“ mitzubringen.

Zu dem Zeitpunkt übrigens noch mit einem zusätzlichen Rabattgutschein für Malerarbeiten, Preis insgesamt: 299 Euro.

Eine neue Masche, um nach Einführung des Bestellerprinzips den Mietern Geld aus der Tasche zu ziehen? Vermietster-Gründer Florian Quast sagt: „Es sollte ein Zusatzangebot für Mieter sein.“ Das kam allerdings bei vielen ganz anders an: Bloggerin Kathrin Wessling berichtet auf mitvergnügen.com, dass die vorläufige Buchung zu den Unterlagen gehört, die man bei Interesse an einer Wohnung anfügen muss. Quast ist nicht nur Geschäftsführer bei Vermietster.de, sondern auch bei dem Betrieb, der die Malerarbeiten anbietet.

Dem Abendblatt hatte er zunächst erklärt, man sei so überzeugt von den Vorteilen des Einzugspakets gewesen, dass man nicht auf die Idee gekommen sei, dass man es missverstehen könne. Inzwischen hat das Portal reagiert, das Paket entschlackt und auf 129 Euro reduziert – der Malergutschein ist raus. Auch in dem aktualisierten Wohnungsangebot ist der entsprechende Passus ersatzlos gestrichen.