Bezirk Altona

Kompromiss: 900 Flüchtlinge ziehen auf HSV-Parkplatz

Erst sollten auf der Fläche 3000 Menschen untergebracht werden. Am Rugenbarg ziehen am Sonnabend erste Flüchtlinge in einen Baumarkt.

Hamburg. Die geplante Flüchtlingsunterkunft auf dem Parkplatz Grün am Volkspark soll nun doch kleiner ausfallen, als ursprünglich geplant. Das sieht ein Kompromiss zwischen dem Bezirk Altona und der zuständigen Senatsbehörde vor. Ursprünglich hieß es, dass auf dem Parkplatz am HSV-Stadion eine große Unterkunft mit bis zu 3000 Plätzen eingerichtet werden könnte. Dies hatte die Bezirkspolitik in Altona aber abgelehnt und eine kleinere Unterkunft gefordert.

Nun sollen dort nach Information der SPD Altona Container für 900 Flüchtlinge aufgestellt werden. So werde auch nicht die gesamte Fläche in Anspruch genommen und es bleibe noch Raum für Parkplätze von Zuschauern. “Mehr Menschen auf dieser Fläche unterzubringen, wäre für die angrenzenden Stadtteile Bahrenfeld, Flottbek und Lurup nicht vertretbar“, sagt SPD-Fraktionschef Thomas Adrian mit Verweis auf etliche Flüchtlingsunterkünfte gerade in Bahrenfeld. Geplant sei nun im ersten Schritt eine Erstunterbringung in Containern. Im Frühjahr 2016 soll dort aus der Erstaufnahme eine Folgeeinrichtung werden. Zwar würden dann weitere Container aufgestellt werden, die Kapazität für 900 Plätze werde sich aber nicht verändern. „Angesichts aktuellen Lage ist das ein guter Kompromiss“, so Adrian. Er hoffe nun auch hier auf die Hilfsbereitschaft der Nachbarn. Eine Informationsveranstaltung zu der geplanten Einrichtung ist nun in der zweiten Oktoberwoche geplant. Voraussichtlicher Termin sei der 8. Oktober.

Wie groß der Druck der Behörden bei der Suche nach Unterkünften derzeit ist, zeigt unterdessen ein anderes Beispiel aus Altona. Wie auch in Bergedorf will die Stadt am Rugenbarg in Osdorf einen leer stehenden Max-Bahr-Baumarkt für die Unterbringung von rund 600 Flüchtlingen anmieten. Ursprünglich plante der Bezirk daher eine Info-Veranstaltung in der kommenden Woche. Die Planung dafür ist aber inzwischen überholt: Am Freitag wurde die Bezirksverwaltung darüber informiert, dass das Gebäude bereits vom morgigen Sonnabend an belegt wird. Jetzt sollen zunächst Hinweis-Flyer vor Ort verteilt werden.