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Peter Schössow

Selbstporträt von Peter Schössow

Selbstporträt von Peter Schössow

Foto: Peter Schössow

Als Erstes fallen in der Eimsbütteler Wohnung von Peter Schössow, 62, die Donald-Duck-Figuren ins Auge. Hunderte sind es. In allen Farben, Formen und Größen. Aus Gummi, aus Plastik, aus Stoff. Auf Regalen, auf Sofas, im Schrank. Warum Donald Duck? „Ich mag seinen Charakter“, sagt Peter Schössow. „Er fällt immer wieder auf die Schnauze – und steht jedes Mal wieder auf.“

Auch Peter Schössow hat sich nie unterkriegen lassen. Er ist als Illustrator konsequent seinen Weg gegangen, auch wenn es in den zurückliegenden fast 40 Jahren manche Durststrecke gegeben hat. Längst aber gehört er zu den eta­blierten Künstlern, ist mehrfach preisgekrönt. Seine wundervollen Bücher „Baby Dronte“ oder „Ich, Kater Robinson“ sind Klassiker. Für „Rico und Oskar“ von Andreas Steinhöfel liefert er gerade am Computer die Vorlagen für die Trickfilmer, die daraus bewegte Bilder für einen Film machen werden.

Schössow, in Hamburg geboren und in der Talstraße auf St. Pauli aufgewachsen, hat nach der Mittleren Reife zuerst Groß- und Einzelhandelskaufmann gelernt. „Das war aber nichts für mich, ich wollte immer schon zeichnen.“ Er hat sich an der Fachhochschule für Gestaltung, Grafik, Malerei und Illustration in Hamburg beworben. „Und erst, als ich angenommen worden bin, habe ich meine Eltern informiert.“

Seither ist er als Buch-, Presse- und Werbeillustrator tätig, hat spannende Titelseiten für „Spiegel“ und „Stern“ gestaltet. Der gerupfte Adler über der verlotterten Republik war der erfolgreichste „Spiegel“-Titel 1993. Außerdem hat Schössow für die Sendung mit der Maus gearbeitet, wo er auch an der Entwicklung von Figuren und Storyboards beteiligt war.

„Ich probiere immer noch gern Sachen aus“, sagt er. Seine Skizzen und Figuren entstehen auf Papier, die Weiterarbeit erfolgt am Computer. Immer wieder ist in seinen Bildern auch seine Heimatstadt Ort des Geschehens. Er mag das Rätselhafte. „Es muss auf den Bildern nicht immer alles ganz klar sein.“ Das habe den Vorteil, dass Eltern beim Vorlesen mit ihren Kindern ins Gespräch kommen. „Was gibt es Schöneres?“

Das Kinderbuchhaus ist für ihn eine „grandiose“ Einrichtung. „Sie wird völlig unterschätzt“, sagt Schössow. „Es ist ein Elend, dass es dafür noch keine Regelfinanzierung durch die Stadt gibt.“