Rothenburgsort

Goldene Zeiten für Entenwerder Elbpark

Der ehemalige Zoll-Ponton an der Norderelbe beherbergt neben dem schwimmenden Café jetzt auch einen markanten Ausstellungs-Pavillon

Rothenburgsort. Früher gab es hier eine Zollschiffstation, wo Binnenschiffe abgefertigt wurden. Jetzt ist der ehemalige Zoll-Ponton am Entenwerder Elbpark in Rothenburgsort immer noch ein Teil des Hafens, wo kleine Schlepper und Barkassen liegen. Aber der Ponton auf der Norderelbe ist längst auch ein Ort für Kreativbüros, seit Juli gibt es dort ein schwimmendes Café und seit Freitag auch einen neuen Ort für Kunst und Kultur. Weit sichtbarer Ausstellungsort ist ein zwölf Meter hoher Pavillon mit goldener Fassade, der einmal Teil einer Skulpturenausstellung in Münster war. Am Freitag wurde er offiziell eingeweiht.

„Wir haben jetzt einen einzigartigen neuen Hamburg-Ort“, sagte der Leiter des Bezirksamts Mitte, Andy Grote (SPD). Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) sprach von einem Projekt, das nicht nur den Stadtteil, sondern ganz Hamburg schmücke. Er erinnerte an die lange Vorgeschichte, an erste Ideen aus den 90er-Jahren für einen Sportpark auf der Halbinsel und schließlich an die Beharrlichkeit des Initiators und Hamburger Mode-Unternehmers Thomas Friese (Thomas-i-Punkt) und seiner Familie, die schließlich zu dem neuen und ungewöhnlichen Ausflugsort geführt habe.

Tatsächlich stand am Beginn der neuen Geschichte der ehemaligen Zoll-Station etwas anderes. 2007 kaufte Andreas Bätjer die Anlage vom Bund. Bätjer betrieb da noch den von seinem Vater gegründeten, legendären Wedeler Privat-Hafen „Schnalles Hafen“, den es inzwischen nicht mehr gibt. Das Abendblatt schrieb über Bätjers Pläne für den Zoll-Ponton – und Thomas Friese war elektrisiert, wie er jetzt berichtete. Als erfolgreicher Hochsegler und Admiral’s-Cup-Teilnehmer hat der Modemacher eine enge Verbindung zum Wasser – aber auch zu Rothenburgsort, wo sein Unternehmen seit Jahrzehnten schon produziert.

Friese wurde erster Mieter von Bätjer und eröffnete dort quasi mitten auf dem Fluss sein neues Atelierbüro. „Man kann sich dem Zauber dieses Ortes nicht erwehren“, sagt er. Inzwischen sind Bätjer und Friese Geschäftspartner, in den acht Zoll-Pontons sind Barkassen-Werkstätten, aber auch Büros von Kreativfirmen untergebracht. Und quasi nebenan baute Friese mit seiner ältesten Tochter Alexandra den eigenen Ponton auf, der nun zu einem neuen Kultur- und Gastro-Ort in Sichtweite der HafenCity geworden ist. Zudem ist er Basis für das von den Frieses geförderte Stadtteilprojekt „Entenwerder Elbpiraten“, wo Kinder segeln lernen können. Es gehöre schon ein „ordentlicher Schuss positiver Verrücktheit dazu“, so etwas aufzubauen, sagte Bezirksamtleiter Grote und bekannte: „Ich bin begeistert.“