Freizeit

„Jump House“ will zehn weitere Trampolinparks eröffnen

Das Unternehmen plant eine Expansion bis Ende nächsten Jahres. Ein Trampolinpark soll an einem noch geheimen Ort in Hamburg eröffnen.

Hamburg. Der Klassiker Völkerball entfacht ein Gejohle. Mit bunten Bällen werfen sich die Sportler ab. Das Besondere: Sie hüpfen auf Trampolinen kreuz und quer. Neumodisch heißt der Sportspaß 3-D-Dodgeball, den die Aktiven im Jump House an der Kieler Straße ausüben. Im Dezember 2014 hat Geschäftsführer und Gesellschafter Till Walz den größten Trampolinpark Deutschlands eröffnet. Nun läutet der 42-Jährige die nächsten Schritte zur Expansion des jungen Unternehmens ein – in Hamburg und bundesweit mit neuen Standorten.

In der ehemaligen Tennishalle in Stellingen wurde seit Juni für eine höhere sechsstellige Summe die Aktionsfläche vergrößert. Der alte Tennisbelag rausgerissen, Fundamente gegossen, Podeste gebaut. Drei große Container aus den USA brachten die neuen Sportgeräte, 40 horizontale Trampoline und 24 Stück für die Montage an Seitenwänden. Um 800 Quadratmeter auf knapp 3000 Quadratmeter weitet der Trampolinpark seine Fläche aus.

„Die Deutschen springen wie die Weltmeister“

Es gibt zwei neue 3-D-Arenen, auf denen 3-D-Völkerball gespielt werden kann und Fitnesskurse angeboten werden. Zudem gibt es zwei neue Battle-Boxen, auf denen wie bei der TV-Show „American Gladiators“ zwei Aktive mit einer Art überdimensionierten und gepolsterten Wattestäbchen auf einem schmalen Balken gegeneinander kämpfen. Wer das Gleichgewicht verliert, landet in jeweils 2500 Schaumstoffwürfeln weich. Insgesamt 111 Trampoline laden nun zum Springen ein, für Salti und Schrauben beim Turnen oder Dunkings am Basketballkorb.

Als Walz und seine Geldgeber vor rund einem Jahr ihr Unternehmen gründeten, war eine Frage offen: Werden die Deutschen springen? Schließlich stammt die Idee für die Firmengründung aus den USA. Dort gibt es mehr als 200 Hallentrampolinparks, die laut dem Betriebswirt gut besucht werden. Mittlerweile beantwortet die Firma die Frage mit einem „Ja“. „Die Deutschen springen wie die Weltmeister“, sagt Christoph Ahmadi.

Der 41 Jahre alte Betriebswirt saß früher im Vorstand der Kinokette Cinemaxx und scherte Anfang April als Mitgesellschafter auch in die Geschäftsführung von Jump House ein. Mehr als 1000 Kindergeburtstage seien schon in den Partyräumen und auf der Eventfläche gefeiert worden, sagen die Chefs. Und mehr als 400 Schulen nutzten das Angebot zu einem Wandertag der modernen Prägung. Erstmals ausverkauft sei man bereits neun Tage nach der Eröffnung gewesen. 100 Springer dürfen zeitgleich in die Halle, nach der Erweiterung sind 25 Sportler mehr möglich.

Das Konzept komme gut an und vertrage in der Hansestadt noch Zuwachs. „Wir werden im nächsten Jahr einen zweiten Standort in Hamburg eröffnen“, sagt Walz. Mehrere Immobilien würden derzeit geprüft. Konkreter will er noch nicht werden.

„Wir würden nicht expandieren, wenn es wirtschaftlich keinen Sinn macht“

Bei der bundesweiten Expansion ist die Planung hingegen schon weiter fortgeschritten. „Wir machen in diesem Jahr noch zwei weitere Trampolinparks in Deutschland auf, einen in Nordrhein-Westfalen und einen in Berlin“, sagt Ahmadi, der Walz als Grundschüler beim Hockey kennenlernte und mit ihm seither befreundet ist. Im nächsten Jahr sollen dann insgesamt acht weitere Hüpftempel an den Start gehen.

Das Ziel sei, in der Bundesrepublik die Marktführerschaft zu erringen. „Wir gehen zunächst in die Ballungsräume“, sagt Walz. Die Regionen Düsseldorf, Köln, München, Nürnberg, Frankfurt und Stuttgart seien momentan im Fokus. Inwiefern das Geschäftsmodell schon profitabel ist, wollen die beiden Macher nicht kommentieren. Ahmadi sagt lediglich: „Wir würden nicht expandieren, wenn es wirtschaftlich keinen Sinn macht.“ Schließlich trage man auch als Arbeitgeber von mehr als 50 Angestellten Verantwortung, dass alles nachhaltig und solide finanziert sei. Der überwiegende Teil sind dabei Teilzeitkräfte, durch die Flächenausweitung wurde die Zahl der festangestellten Vollzeitkräfte aber immerhin von sechs auf acht aufgestockt.

An der Kieler Straße will das Unternehmen künftig auch mit neuen Angeboten wachsen. Stark ausgeweitet werden soll das Geschäftsfeld Firmenfeiern, für die in Kooperation mit einem Caterer von der Pizza bis zum De-luxe-Essen auch ein umfangreiches Essensangebot offeriert werden soll. Mütter sollen zu Fitnesskursen animiert werden, während geschultes Personal nebenan auf die Kinder aufpasst. Und wenn die Bässe aus den Boxen dröhnen, soll zu Hits getanzt und gesprungen werden – Trampolin- statt wie früher Rollschuhdisco.