Osdorf

Ring 3 : Verkehrsbehörde reagiert auf Proteste mit neuem Plan

Straße sollte für zwei neue Radfahrstreifen rückgebaut werden

Osdorf. Der umstrittene Rückbau des Ring 3 in Osdorf fällt nun offensichtlich doch weniger drastisch aus, als ursprünglich geplant. Nach Protesten der Handelskammer, aber auch von Bezirkspolitikern in Altona hat die Verkehrsbehörde nun im Bezirk Altona einen Kompromissvorschlag vorgestellt. Zunächst sah der Plan vor, dass die vierspurige Straße auf zwei Fahrspuren rückgebaut werden sollte.

Mit dem so gewonnenen Platz sollten dann zwei Fahrradstreifen auf der Fahrbahn angelegt werden. Der betroffene Straßenabschnitt Rugenfeld verläuft teils an unbebauten Feldern vorbei und verbindet das nordwestliche Umland mit den Arenen und dem Flughafen. Aus Sicht der Behörde ist die Verkehrsbelastung dennoch gering, so dass die Straße im Zuge ihrer Sanierung durchaus rückgebaut werden könne. Weil es dort eine Reihe von Straßenbäumen gibt, die nicht gefällt werden sollen, verzichte man bei der Planung auf einen neuen und breiteren Radweg. Bezirkspolitiker befürchteten jedoch, dass sich dort auf den dann nur noch zwei Fahrspuren Staus entwickeln und Fahrzeuge durch Nebenstraßen fahren.

Nun soll die Straße lediglich um eine Fahrbahn auf drei umgebaut werden: Eine Spur in jede Richtung plus wechselseitige Linksabbiegespuren. Auf der nördlichen Seite wird auf den Radstreifen verzichtet. Stattdessen soll dort nun doch ein neuer Radweg gebaut werden. „Dieser Kompromiss berücksichtigt die Interessen der Autofahrer und die der Radfahrer“, sagt der Altonaer SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Frank Schmitt. Auf Kritik stößt der Kompromiss indes beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) in Hamburg. Die Behörde habe sich dabei den „ideologischen Verkehrspolitikern“ in Handelskammer und Bezirk gebeugt. Auch der CDU-Bezirkspolitiker Tim Schmuckall übt Kritik: „Das macht alles keinen Sinn, die Behörde hätte hier endlich einmal eine Verkehrszählung durchführen müssen, es aber schon wieder unterlassen.“