Altkanzler

Gefäßverschluss: Helmut Schmidt auf der Intensivstation

Nachdem der 96-Jährige bereits vor gut drei Wochen stationär behandelt werden musste, liegt er seit Dienstag erneut im Krankenhaus St. Georg (Archivbild)

Nachdem der 96-Jährige bereits vor gut drei Wochen stationär behandelt werden musste, liegt er seit Dienstag erneut im Krankenhaus St. Georg (Archivbild)

Foto: Christian Charisius / dpa

Ob sich der 96-jährige Helmut Schmidt einer Operation unterziehen muss, ist noch unklar. "Die Lage ist ernst", sagte ein Freund.

Hamburg. Die Sorgen um den früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt nehmen zu. Nachdem der 96-Jährige bereits vor gut drei Wochen stationär behandelt werden musste, liegt er seit Dienstag erneut im Krankenhaus St. Georg – diesmal auf der Intensivstation. Grund ist ein Gefäßverschluss im rechten Bein.

„Zwar besteht keine akute Lebensgefahr, doch sieht es gar nicht gut aus“, hieß es im Freundeskreis des Altkanzlers. Eine solche Diagnose sei bei einem Menschen in diesem hohen Alter immer ein großes Problem. Bei einer Untersuchung am Mittwoch soll geklärt werden, ob Helmut Schmidt ohne eine Operation geheilt werden kann. Letztere wäre, so ist intern zu hören, „hochgradig kompliziert.“ Der Einsatz eines Katheters konnte am Dienstag keine Klärung bringen.

"Die Lage ist ernst"

Nachdem Schmidts langjähriger „Leibarzt“ und Vertrauter Professor Heiner Greten ins Privathaus des betagten Politikers nach Langenhorn gerufen worden war, wies er seinen Patienten sofort ins Krankenhaus ein. Dort ist für ihn im Moment Professorin Sigrid Nikol zuständig, die Chefärztin der Angiologie, dem Herz-, Gefäß- und Diabeteszentrum.

Ob Helmut Schmidt nur ein paar Tage oder auf unbestimmte Zeit in der Klinik bleiben muss, ist nach Auskunft eines Freundes vollkommen offen. „Helmut hat Biss und Kraft“, sagte dieser, „die Lage jedoch ist ernst.“

Ein arterieller Gefäßverschluss entsteht in der Regel auf dem Boden einer fortgeschrittenen Arteriosklerose. Mediziner sprechen von der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit. Es ist eine Volkskrankheit, an der in Deutschland etwa 4,5 Millionen Menschen leiden. Bei der Erkrankung bildet sich in der Arterie ein Blutgerinnsel, das langsam größer wird und schließlich das Gefäß komplett verschließt.

Zweiter Krankenhausaufenthalt in kurzer Zeit

Die Erkrankung wird in vier Schweregrade unterteilt. Kommt es zu einem kompletten Verschluss, wird das Gewebe, das von der betroffenen Arterie versorgt wird, nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Das betroffene Bein wird blass, der Patient hat starke Schmerzen. In der Behandlung gibt es unterschiedliche Methoden. So kann das Blutgerinnsel mithilfe eines Katheters oder einer Operation aus der Arterie entfernt werden. Ist das nicht möglich, kann auch mit einer Operation ein Bypass gelegt werden, durch den der Verschluss überbrückt wird.

Bereits am 7. August 2015 war Schmidt ins Krankenhaus St. Georg eingeliefert worden. Die befürchteten Herzprobleme bestätigten sich seinerzeit nicht. Vermutlich hatte er in den heißen Sommertagen zu wenig getrunken, sodass eine starke Austrocknung des Körpers festgestellt wurde. Nach zwei Tagen konnte er gesund entlassen werden.