Hamburger Bischöfin

Fehrs: Demos vor Flüchtlingsheimen sind nicht hinnehmbar

Beschimpfungen von Menschen und Angriffe gegen Unterkünfte dürfe die Gesellschaft nicht dulden. Fehrs forderte ehrliche Gespräche.

Hamburg. Die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs hat für ehrliche und ernsthafte Gespräche mit Menschen geworben, die angesichts der vielen Flüchtlinge Ängste und Sorgen haben. Über unterschiedliche Positionen zum Asylrecht müsse im friedlichen Dialog gestritten werden, sagte Fehrs am Mittwoch dem Hörfunksender NDR 90,3. Es sei allerdings nicht hinnehmbar, wenn Menschen als angeblich besorgte Bürger direkt vor Flüchtlingsheimen demonstrieren. Beschimpfungen von traumatisierten Menschen und Angriffe gegen Unterkünfte dürfe die Gesellschaft nicht dulden. Hier werde die „Angst als Brandbeschleuniger“ missbraucht.

Nach den Worten von Fehrs wäre ein neues Einwanderungsgesetz sinnvoll. Es müsste klar geregelt werden, wer dauerhaft in Deutschland leben dürfe und wer nicht. Die gültigen Gesetze passten nicht mehr zur aktuellen Situation. Dabei müsse die Würde jedes Einzelnen gewahrt bleiben und jeder Fall in einem fairen Verfahren geprüft werden. Eine pauschale Ablehnung von „Wirtschaftsflüchtlingen“ werde dem nicht gerecht.

Die Herausforderung für helfende Kirchengemeinden, Diakonie, Behörden und Senat sei derzeit enorm, sagte die Bischöfin. Sie bringe die betroffenen Menschen an die Grenzen der Belastbarkeit. Für den Großteil der Menschen in Hamburg seien Flüchtlinge aber keine Belastung, sondern auch eine große Chance. Die Flüchtlinge konfrontierten die Stadt mit der Frage, wie sich die Stadtgesellschaft verändern werde. Sie hoffe, dass die aktuelle Stimmung von Aufbruch und Zuwendung weiter anhalte.