Hamburg

Polizei verursacht mehr Unfälle mit mehr Verletzten

Ein Streifenwagen liegt auf einer Hamburger Kreuzung auf dem Dach

Ein Streifenwagen liegt auf einer Hamburger Kreuzung auf dem Dach

Foto: dpa Picture-Alliance / Daniel Bockwoldt / picture alliance / dpa

Beunruhigende Statistik: Es wurden 2015 durch Polizeifahrzeuge schon fast so viele Menschen verletzt wie im ganzen Jahr 2014.

Hamburg. Die Zahl der von Polizeibeamten verursachten Verkehrsunfälle ist in Hamburg deutlich angestiegen. Während im Jahr 2014 insgesamt 357 Unfälle von Polizisten verursacht wurden (etwa einer pro Tag), waren es bis Ende Juli 2015 bereits 270 (rund 1,3 pro Tag). Noch stärker gestiegen ist die Zahl der bei von der Polizei verursachten Unfällen verletzten Personen. Das ergibt sich aus der Antwort des Senates auf eine Kleine Anfrage des FDP-Verkehrspolitikers Wieland Schinnenburg. Im gesamten Jahr 2014 erlitten demnach 34 Menschen Verletzungen bei von Polizeifahrzeugen verursachten Unfällen, bis Ende Juli 2015 waren es bereits 31, was hochgerechnet, zumindest statistisch, eine Gesamtzahl von 53 für 2015 befürchten lässt. Glücklicherweise wurden aber weder im vergangen noch bisher in diesem Jahr Menschen bei Unfällen mit Polizeibeteiligung getötet.

„Die Zahl solcher Unfälle ist besorgniserregend, deren Steigerung noch mehr“, sagte Schinnenburg. „Der Senat muss dringend gegensteuern und etwa Nachschulungen, Belehrungen und Dienstanweisungen durchführen. Es kann nicht sein, dass ausgerechnet die Polizei immer mehr Unfälle verursacht und Menschen verletzt.“

Laut Senatsantwort gab es jeweils 2014 und bisher in 2015 einen Fall von Fahrerflucht bei dem der Polizeibeamte sich unerlaubt vom Unfallort entfernte. Das Ermittlungsverfahren aus dem Jahr 2014 wurde eingestellt, das aus diesem Jahr ist noch nicht abgeschlossen. Zudem hat es im 2014 zwei Disziplinarverfahren im Zusammenhang mit von Polizisten verursachten Unfällen gegeben, so die Antwort. Für Polizeibeamte gölten bei Unfällen grundsätzlich die gleichen Rechte und Pflichten wie für jeden Bürger.

Laut Polizeisprecher Holger Vehren wird bei der in der Antwort veröffentlichten Statistik nicht zwischen Einsatzfahrten (mit Blaulicht) und normalen Fahrten unterschieden. 19 der in diesem Jahr bisher gezählten 31 Verletzten seien Polizeibeamte, so Vehren. „Wir können derzeit nicht sagen, was die Ursachen für den Anstieg sind. Wir beobachten die Entwicklung aber und haben begonnen gegenzusteuern.“ So werde das Fahrverhalten bei der Ausbildung stärker thematisiert. Zudem prüfe man technische Verbesserungen, etwa den verstärkten Einbau von Rückfahrkameras.