Hamburg

Rettungswagen kommen später

Innerhalb von acht Minuten am Einsatzort zu sein, gelingt in Hamburg immer seltener

Hamburg. Acht Minuten – immer seltener gelingt es dem Rettungsdienst, diese sogenannte Hilfsfrist einzuhalten, immer häufiger verstreichen also von der Alarmierung im Notfall bis zum Eintreffen am Einsatzort mehr als die vorgesehenen acht Minuten.

Das geht aus der Senatsantwort auf eine kleine Anfrage der fraktionslosen Bürgerschaftsabgeordneten Dora Heyenn hervor. Demnach sank 2013 die Erfüllungsquote von 70,75 Prozent und 67,90 Prozent im Jahr 2014 auf nur noch 66,88 Prozent bis zum 30. Juni dieses Jahres. Rund 60.000 Menschen werden also potenziell nicht rechtzeitig erreicht. Für Heyenn ist klar, dass das vor allem mit der Arbeitsbelastung der Feuerwehr zu tun hat. So gab es 2014 mit rund 256.000 Rettungseinsätzen einen neuen Einsatzrekord, bei der Rettungsleitstelle gingen über den Notruf 112 fast 600.000 Anrufe ein.

Dabei ist die Hamburger Feuerwehr im bundesweiten Vergleich mit einer Zielvorgabe von acht Minuten schon recht flott unterwegs. Niedersachsen peilt zwar mit 95 Prozent eine höhere Erfüllungsquote an, lässt seinen Rettungsdiensten aber auch 15 Minuten Zeit. Heyenn fordert den Senat nun auf, Hilfsfristen für Rettungs- und Notarztwagen festzulegen und „auf dieser Grundlage eine Bedarfsplanung vorzunehmen“. Dass eine entsprechende geplante Novellierung des Hamburger Rettungsdienstgesetzes zurückgezogen worden sei, sei unverständlich. „Diese Entscheidung geht zu Lasten der medizinischen Versorgung der Bevölkerung.“ Heyenn fordert: „Neben der Anpassung an die Rechtsprechung und Neustrukturierung des Rettungsdienstes ist auch die personelle Stärkung der Rettungsleitstelle erforderlich.“

Die Politikerin bemängelt zudem, dass Hilfsorganisationen nur in „sehr geringem Umfang“ in den Rettungsdienst eingebunden werden. Deren Anteil an den Einsätzen liegt bei nur rund sieben Prozent. Kritisch sieht Heyenn auch, dass trotz sinkender Erfüllungsquote seit Januar 2013 keine neuen Rettungsmittel mehr in Betrieb genommen worden sind. Ein weiterer Rettungswagen soll laut Senat im Oktober in Dienst gestellt werden.