Hamburg

Jenseits von Jura und Medizin

Kosmetikwissenschaft oder Coffeemanagement: In Hamburg entstehen ungewöhnliche Studienfächer

Hamburg. In Hamburg werden immer ungewöhnlichere Studiengänge angeboten. „Durch die Umstellung auf das Bachelor- und Mastersystem haben die Universitäten und Hochschulen größere Gestaltungsmöglichkeiten für neue Studiengänge“, sagt Rüdiger Bendlin von der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH). „Allgemeine Studienfächer konnten runtergebrochen werden auf spezifische Vertiefungsrichtungen, aus denen einzelne Studiengänge wurden“, erläutert Bendlin. So entwickelten sich interdisziplinäre „Bindestrichfächer“, wie Rüdiger Bendlin sagt.

Die Universität Hamburg beispielsweise bietet den Studiengang „Mensch – Computer – Interaktion“ an. Bei diesem interdisziplinären Bachelorstudiengang lernen Studenten theoretische Grundlagen aus der Informatik und Psychologie mit anwendungsorientierten Themen aus den Bereichen Softwareentwicklung und Informationssysteme. Die Uni empfiehlt ein zusätzliches Masterstudium.

Perfekt für Kaffeeliebhaber: „Coffeemanagement“. An der Northern Business School in Marienthal können Studenten lernen, wie es in der Kaffeeindustrie aussieht, und praktische Erfahrung sammeln – immerhin ist Deutschland zweitgrößter Kaffeeimporteur nach den USA. „Dieser Studiengang ist stark betriebswirtschaftlich orientiert“, so die Sprecherin der NBA. Studenten sollen sich bereits berufsspezifisches Wissen der Kaffeeindustrie aneignen.

Beim Studiengang „Kosmetikwissenschaft“ lernen Studenten an der Universität Hamburg nicht, in welchem Winkel der perfekte Lidstrich gesetzt wird. Das viersemestrige Masterstudium umfasst Inhalte aus der Medizin, der Pharmazie und der Chemie. „Im Studium erfolgt eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit kosmetischen Mitteln und In-vivo-Wirksamkeitsnachweisen“, heißt es von der Universität Hamburg.

Seit 2013 bietet die Hochschule für Angewandte Wissenschaft (HAW) den Studiengang „Angewandte Familienwissenschaften“ an. Das Programm des Weiterbildungsmasters wird interdisziplinär entwickelt und versucht Familie aus historischer, kultureller, ökonomischer, pädagogischer, psychologischer, politischer, rechtlicher und soziologischer Perspektive zu erklären.

Seit 2009 gibt es an der HafenCity Universität (HCU) den europaweit einmaligen Bachelorstudiengang „Kultur der Metropole“. Im dreijährigen Studium werden Fähigkeiten in ethnografischer und künstlerischer Stadtforschung, Grundlagen der Geschichte und Ökonomie der Stadt sowie Kultur- und Medientheorie vermittelt.