Hamburg

Mal eben schnell Möbel kaufen

Wer glaubt, Neonlicht und miese Luft seien das Schlimmste an Möbelhäusern, der irrt. So wie ich. Ein Schrank und ein Sofa sollten es sein – und ein bisschen Krimskrams. Vielleicht. Rein in den Laden, einpacken und wieder raus. So wie in der Werbung. Der Discounter bei uns um die Ecke lockte mit Räumungsverkauf – bis zu 70 Prozent. Klingt super, aber: Das Sofa ist zu groß, das gibt’s nur in Blau, das kann man nicht ausziehen. Toll.

Also ab zum Möbel-Riesen auf die grüne Wiese. Ein Sofa fanden wir direkt am Eingang. Läuft bei uns, haben wir gedacht, doch nicht so schnell: Die Anordnung? Was für Stoff? Welche Farben? Und der Boden? Metall- oder Holzfüße? Die Lehnen? Das kann ja heiter werden. Unsere Wege trennten sich: Ich Schrank, sie den Rest, Krimskrams. Vier Stunden lang haben wir uns nicht gesehen. Welche Höhe für den Schrank? Welche Farbe? Was für Holz? Mit Spiegel? Wie viele Fächer? Das waren meine vier Stunden. Ihre waren: Bilder! Gläser! Kerzen! Lampen! Kissen! Deko! Angebote!

An der Kasse sahen wir uns wieder. Ich leicht betrübt, denn Schrank und Sofa hatten das Budget schon arg gedrückt. Doch sie hatte nur Angebote im Wagen, das passte sicher. Am Ende hatten wir mit ihren Schnappern so viel gespart, dass wir das Doppelte ausgegeben haben. Varianten bis zum Umfallen, Sonderangebote, Prozentzeichen, diese Auswahl – das ist das Schlimmste an Möbelhäusern. Ich bin dem einfach nicht gewachsen ...